• 18. September 2010 10:09
  • Sendung vom 18.09.2010, Sendungsüberblick

Zwei heiße Eisen im Feuer

Die Sendung vom 18.09.2010


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Zwei heiße Eisen liegen im Breitband-Feuer. Vera Linß beginnt die Sendung mit der neuen Debatte um die Folgen des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrags. Dem zu Folge dürfen öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten ihre Inhalte nur noch befristet ins Netz stellen. In Guerilla Manier haben Netz- und Rundfunkaktivisten die Inhalte von tagesschau.de, die jetzt vom Netz genommen werden hätten müssen, wieder neu publiziert auf einer Plattform ähnlich der von wikileaks: außerhalb deutscher Jurisdiktion, anonyme Betreiber, keine Spur zu denen, die Material hochladen. Der NDR hat diesen Vorfall zum Anlass genommen gestern in einer Pressemitteilung eine neue Debatte um den Nutzen und die Folgen des Rundfunkänderungsstaatsvertrags anzustoßen.

Außerdem geht es in dieser Sendung darum, wie Behavioral Targeting funktioniert, eine Internetmarketingstrategie. Kritiker beäugen die Werbeform äußerst kritisch.

Und wir portraitieren den Architekten Jürgen Mayer H., der auf der Architektur Biennale in Venedig den Urban Future Award bekommen hat. Es ging dabei um das Thema Stadt und Mobilität und wie sich führende Architektenbüros vorstellen, wie das ganze funktioniert. Der Entwurf von Mayer H. basiert stark auf digitalen Technologien. Augmented Reality und Empfehlungssysteme spielen in seiner Stadtvision eine sehr große Rolle. Mobilität im Stadtzentrum wird zentral gesteuert, so denkt er. Dementsprechend wird sich das Bild der Stadt verändern.

Und in der Netzmusik geht es um Netlabel aus Leidenschaft: Records On Ribs (http://recordsonribs.com)

“We are merely putting into practice what we believe.”, steht in dem Manifest des Britischen Netlabels. Musik könne man nicht in Geld messen, Kunst lasse sich nicht in Zahlen und Geschäftsmodellen ausdrücken, so die Macher. Wer jedoch für die Musik, die sich irgendwo zwischen Folk, Rock und experimentellen Sounds bewegt, spenden möchte, kann das tun: Neben den freien Downloads werden auch handgemachte Musikkassetten und CD-Rs angeboten, die nur auf Bestellung hergestellt werden. All das sei nichts besonderes, schreiben die Macher bescheiden auf ihrer Webseite: “anyone could do what we are doing. A free-for-all. Brilliance obscured by an avalanche of mundanity.” In der Sendung gibt es einen kleinen musikalischen Querschnitt des Records On Ribs Musikkataloges.
Musik im Wochentakt: Bad Panda Records (http://badpandarecords.wordpress.com)
Seit fast einem Jahr erscheint jeden Montag bei dem isländischen Netlabel Bad Panda Records ein Song. Die musikalische Richtung wird durch den Geschmack der sieben Macher bestimmt und schwankt zwischen Pop und Experiment. Neben den wöchentlichen Musikstücken gibt es zu jeder Veröffentlichung ein kurzes Interview mit dem jeweiligen Künstler. Durch die mittlerweile 47 Veröffentlichungen hat sich eine beachtliche Fanbase rund um das Netlabel entwickelt, darunter ist z.B. auch der CC-Mitbegründer Lawrence Lessig.