• 25. April 2009 14:04
  • Portrait, Sendung vom 25.04.2009

Zurückspammen als Sport: Scambaiting


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Unsere Mailboxen sind voll – von E-Mails von Milliardenerben aus Afrika, die aus dringenden Gründen mehrere Millionen Dollar aufs unserem europäischen Bankkonto zwischenparken möchten, natürlich gegen eine dicke Beteilung. Geht man darauf ein, muss man erstmal eine Transaktionsgebühr in die Gegenrichtung überweisen – und hört dann nichts mehr vom angeblichen Geschäftspartner. Angeblich beträgt der jährliche Schaden, der alleine in Deutschland durchs Hereinfallen auf solche Betrüger ensteht, ganze 1.6 Millionen Euro.
Die sogenannten Scambaiter drehen den Spieß um und versuchen, ihrerseits die Spammer zu betrügen. Der so entestehenden Ping-Pong-Mailverkehr ist nicht nur hochamüsant, sondern mitunter poetisch und führt sogar zu materiellen Kunstwerken. Bekanntestes Beispiel: Die Commodore C64-Holzschnitzarbeiten, die ein afrikanischer Spammer an einen vermeintlichen Kunsthändler in Großbritannien versendete, der versprach, ihn damit groß herauszubringen. Natürlich war der Kunsthändler nur ein Scambaiter und veröffentlichte Fotos des afrikanischen Holzcomputers – wie auch den gesamten Mailverkehr – stolz im Internet.
Ist Selbstjustiz Scambaiting nun Spaß oder Betrug? Christoph Spittler portraitiert einen der führenden deutschen Scambaiter.
Foto: „Derek Trotter“