• 12. November 2008 16:11
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Wolkige Fantasie oder macht Cloud Computing das Büro platt?


Viele Lebensmittelhersteller unterhalten schon lange keine eigenen Lagerhallen mehr. Miete zu teuer, Personalkosten zu hoch. Outsourcing. Die Aufgaben werden von Logistikunternehmen übernommen. Dasselbe passiert jetzt bei der Verarbeitung von Daten. Amazon vermietet beispielsweise Rechnerkapazitäten an Fremdfirmen, die sich keine eigene Datenverarbeitung mehr leisten wollen. Cloud-Computing heißt das neue Schlagwort in der IT-Branche. Alles spricht von Cloud-Computing – der weitgehend vom eigenen PC oder Rechenzentrum losgelösten und übers Internet verfügbaren Anwendungen. Der PC der Zukunft wird ohne eigene Festplatte und Betriebssystem aus, weil die Daten ja direkt im Netz verarbeitet und gespeichert werden. Google hat es mit Programmen wie Google Mail oder Google Docs bereits vorgemacht. Die Rechner werden kleiner, billiger und energiesparender werden. Green IT. Wenn Netz und Computer enger zusammen rücken, wächst vielleicht endlich etwas zusammen, was auch zusammen gehört. Ist die Ära des PC wirklich bald vorbei, oder sind das alles nur wolkige Phantasien? Was passiert mit unseren Daten, wenn wir sie nicht mehr auf unserer Festplatte haben? Was passiert, wenn der Dienstleister, der die Daten im Netz für uns verarbeitet, verwaltet und aufbewahrt, pleite geht?
Microsoft investiert gerade massiv in dezentrale Computersysteme  und hat die Entwicklungsplattform „Azure“ ins Leben gerufen. Damit wird Microsoft künftig Programme wie „Office“ noch stärker ins Internet verlagern. Breitband fragt in der aktuellen Sendung am kommenden Samstag, Professor Stefan Tai vom Forschungszentrum Informatiik in Karlsruhe welche kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen ergeben sich aus den neuen Entwicklungen ergeben könnten?
Außerdem in der Sendung: Die computerfachzeitschrift c’t – Magazin für Computertechnik„ feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag, man hat sie als „Heilige Schrift der Branche“ bezeichnet und sie ist in vielem anders: Sie heischt nicht nach Sensationen (selbst wenn sie mit zahlreichen Enthüllungsgeschichten großes Aufsehen erregte), sie bietet in einem gesetzten, nüchternen und damit sehr lesefreudigen Layout vor allem viel Text, und sie verzichtet bei der Vorstellung von neuen Produkten auf die neuerdings üblichen Fotostrecken mit Bikini-Mädels.
Und wir stellen Sissel Tolaas vor. In einer Welt voll duftender Raumsprays kämpft die Norwegerin mit Geruchsinstallationen gegen den Niedergang der Nasen. In der Oper sprüht sie sich mit Angstschweiß ein oder kreiert Parfums aus Hundekacke- und Schlachthausaromen. Und natürlich – wie immer – jede Menge Netzmusik.

Foto: Michaeljung