• 20. Juni 2008 18:06
  • Sendung vom 21.06.2008, Sendungsüberblick

Wie funktionieren fiktionale Fernsehformate im Netz? – Die aktuelle Sendung


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Ob „CSI“, „Desperate Housewifes“ oder „24“ – US-amerikanische Serien boomen im deutschen Fernsehen, während die Eigenproduktionen beim heimischen Publikum floppen. Am kommenden Montag wird der Suchtfaktor wieder einmal ganz besonders steigen, wenn die 6. Staffel von „24“ startet. Den Zuschauererfolg kann die Serie zu Recht für sich verbuchen, denn inhaltlich und formal ist sie außerordentlich innovativ, sagt der Medienpsychologe Dirk Blothner, Professor an der Universität Köln. Bemerkenswert sind zum Beispiel die unkonventionellen Umsetzungsformen der Story. Rasante Schnitte, Parallelmontagen von verschiedenen Handlungssträngen auf einem Screen, die Bebilderung von Gedanken – all das hält den Zuschauer in Atem. „Das sind Techniken der filmischen Darstellung, die die Zuschauer ungemein aktivieren. Sie können eigentlich gar nicht Couch Potato sein, sie müssen sich aus den Puzzlestücken, die ihnen angeboten werden, selbst den Sinn zusammenbauen“, so Blothner.
All das erinnert ans Internet. Gelten diese Gestaltungsregeln nicht auch fürs Netz? Sind „24“, „CSI“ oder „Desperate Housewifes“ etwa schon netzkompatibel? Darüber reden wir in unserem Topic live mit Stefan Wieduwilt, einem freien Film- und Fernsehproduzenten, der sich mit der Entwicklung neuer Formate befasst.
In unserem Porträt würdigen wir den New Yorker Politikberater Tony Schwartz, der auch als Werbefachmann, Folklorist, Radiomoderator und Professor, kurz als Multimediakünstler berühmt geworden ist. Sein bekanntestes Werk ist ein politischer Werbe-Spott, der so viel bewegt hat, wie wohl kein Werbefilm nach ihm. Am 15. Juni ist Schwartz im Alter von 84 Jahren gestorben. Außerdem stellen wir das erste deutsche Fußballradio vor „90elf“ vor, das ab der nächsten Bundesligasaison alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga live im Internet übertragen will.
In der Netzmusik hören wir Broke.One – einen Elektro-Produzenten aus Italien (www.myspace.com/brokeonemusic), Sherry Black and the Port Authority, ein Deutsches Duo mit Blues-Jazz und entzückendem Musikvideo (www.shalalah.net), und unter der Frage „Who the bloody hell are they?“ Neuigkeiten aus dem gleichnamigen australischen Musik-Blog (www.whothehell.net).