• 10. Mai 2010 22:05
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„Warten auf das BMJ“

BDZV verteidigt durchgesickerten Entwurf für ein Leistungsschutzrecht am Rande einer Präsentation in Berlin


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Stimmungsumschwung in der deutschen Printbranche: Nach (gefühltem?) jahrelangen Klagen über die schwierige Situation der Zeitungen, ist die Branche jetzt zu neuem Selbstbewusstsein erwacht. Man sei sich sicher, dass die Zeitung in Deutschland ihre Bedeutung auch in den nächsten Jahren erhalten wird, lautete ein Fazit aus der Studie „Am Wendepunkt“ , in der Medienberater Ralf Siepmann den Zeitungsmarkt in den USA analysiert hat. Mit der vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger beauftragten Untersuchung wollen sich die Zeitungsverleger von den “dramatischen Entwicklungen“ auf dem US-Zeitungsmarkt abgrenzen. Diese seien häufig „eins zu eins auf den deutschen Zeitungsmarkt übertragen“ worden – zu Unrecht, wie der BDZV versichert. „Im Unterschied zu den USA sind die deutschen Zeitungen in sehr guter Verfassung“, betonte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff heute Vormittag in Berlin.

Im Gespräch mit Breitband-Redakteurin Vera Linß äußerte sich Wolff auch zum Entwurf für ein Leistungsschutzrecht, das vergangene Woche auf irights.info veröffentlicht worden war (Breitband berichtete). Es sei ein „unfertiges Papier“, ungefähr vier Wochen alt und „Teil einer fortlaufenden Diskussion“. Wolff kritisierte, dass irights.info mit der Veröffentlichung gegen eigene Prinzipien verstoßen habe. „Das Papier ist auch urheberrechtlich geschützt. Wenn man so etwas gegen den Willen der Urheber ins Netz stellt, dann widerspricht sich hier eine Organisation“, so der BDZV-Hauptgeschäftsführer. Das Ganze habe auch eine strafrechtliche Dimension, man wolle aber von Konsequenzen in dieser Hinsicht absehen. Inhaltlich verteidigte Wolff die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht, ohne auf die auf irights.info veröffentlichten Kritikpunkte einzugehen. Die Details bei der Umsetzung eines Leistungsschutzrechts will man ohnehin dem Bundesministerium für Justiz überlassen. „Wir warten auf einen Entwurf aus dem BMJ.“ (Auszüge aus dem Gespräch mit Dietmar Wolff  können im Player über diesem Artikel nachgehört werden.) Foto: BDZV