• 9. März 2009 12:03
  • Off-Air, Sendung vom 14.03.2009

Wahlkampf mit Twitter: Geektalk der Irokesen


Der vergangene Präsidentschaftswahlkampf in den USA wurde – zumindest vom Obama-Lager – sehr stark im Netz geführt.
Zwar haben auch die deutschen Parteien inzwischen durch die Bank ihre Netzauftritte aufgefrischt, doch Im Bundestagtagswahlkampf 2009 ist der kernige Auftritt im Bierzelt oder auf dem Rathausmarkt weiterhin Trumpf. Aber irgendwie kommt man am Internet trotzdem nicht  so richtig vorbei.
Auf welchen Kanälen soll Politik kommunizieren? Wie groß die Unsicherheit der gewählten Volksvertreter ist, verriet Andrea Nahles im Video-Interview Video-Interview mit politik-digital.de.  Dort gestand die stellvertretende SPD-Vorsitzende, dass sie nachts gerne auf Abegeordnetenwatch herumsurfe. Schon das koste sehr viel Zeit. „Ich überlege mir sehr genau, wie ich mir meine Zeit einteile und meine Kraft einsetze, damit es auch wirklich zum Dialog mit den Nutzern kommen kann.“ Skeptisch sieht Nahles auch twitter. Beim immer beliebter werdenden Mikroblogging wisse sie, aus Furcht die Leser zu langweilen eigentlich nicht, was sie schreiben solle.
Simon Salzmann meint dazu auf carta.info: „Es kommt bei Politikern nicht darauf an, dass ihre Twitter-Anchrichten gelesen, verstanden oder gar aufregend gefunden werden. Es ist lediglich wichtig, dass sie twittern, weil sie damit ihre Modernität beweisen…“. R. Stilz meint dagegen: „Twitter ist lächerlich. Etwas für Wichtigtuer von der Art des Irokesen-Rotschopfes. Was Frau Nahles zum Internet sagt, ist realistisch und vernünftig.“ Frank Hemschrott meint auf rivva.de: „Was anfangs ein Experiment war, wurde irgendwann zum Geektalk. Mittlerweile ist Twitter dabei den Mainstream zu erobern. In den USA ist Twitter bereits in den herkömmlichen Medien angekommen und wird von diversen Fernseh- und Rundfunkanstalten bereits im täglichen Programm genutzt.“
Andrea Nahles sagt, dass sie vielleicht bei Facebook „einsteigen“ möchte und dass das Internet im Bundestagswahlkampf eine wichtige, aber „keine entscheidende Rolle“ spielen werde.

Foto: Thomas Hawk/CC
Words are flowing out like endless rain into a paper cup, they slither wildly as they slip away across the universe.