• 20. September 2012 20:09
  • Sendung vom 22.09.2012, Sendungsüberblick

Von ideologisch gefärbten Debatten und sportlich geknacktem Kopierschutz

Sendungsüberblick vom 22.09.2012


> MP3-DOWNLOAD

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lädt zum Zukunftsforum Urheberrecht – und keiner geht hin. Naja, so ganz stimmt das nicht, aber  tatsächlich haben die Spitzenverbände der Film, Musik- und Verlagsbranche der Bundesministerin kurz vor Beginn der hochrangigen Veranstaltung einen Korb gegeben. Ihre Begründung: Für eine Alibiveranstaltung würden sie nicht zur Verfügung stehen. Sie fordern ein Ende der Talkrunden und endlich handfeste Gesetzesvorlagen.

Vor allem solche, die das Urheberrecht zu Gunsten der Kreativwirtschaft ausbauen. Aber geht es der tatsächlich so schlecht, wie durch das laute Wehklagen über Piraterie und sinkende Verkaufszahlen auf dem CD-Markt impliziert wird? Nein, sagt Mike Masnick, Redakteur des Blogs Techdirt, im Gespräch mit unserem Kollegen Henrik Moltke. Masnick hat alle verfügbaren Zahlen zusammen getragen und festgestellt: Die Haushalte geben mehr für Unterhaltung aus als jemals zuvor. Das ungekürzte Interview auf Englisch gibt es hier zu hören.

 

Außerdem sprechen wir mit Christian Handke darüber, ob in der Urheberrechtsdebatte nicht grundsätzlich mit zu viel Meinung und zu wenig Wissen hantiert wird. Handke forscht an der Erasmus-Universität Rotterdam unter anderem zum Thema Copyright und stellte fest: Urheberrecht und Kreativität stehen in keinem direkten Zusammenhang.

 

Ideologie und Missverständnisse heizen noch eine Debatte an: Muss ein Video, in dem der den Muslimen heilige Prophet Mohammed verhöhnt wird, verboten werden? Thierry Chervel, Mitbegründer des Perlentauchers, hat dazu eine klare Meinung: Dass der Missbrauch der Meinungsfreiheit im Westen eine Empörung im Orient auslöst, sei ein Missverständnis. In Wirklichkeit sei es umgekehrt: Die inszenierte Empörung im Orient diene dazu, die Freiheit im Westen einzuschränken. Und die klassischen Medien würden sich als Propagandisten für dieses Ziel einspannen lassen. Das erklärt uns der Publizist genauer.

 

Zum Ende der Sendung gehen wir zurück auf Anfang: Und verschaffen uns einen ganz neuen Blick auf das Copyright. Mit „The Scene“. Das ist keine neue Sitcom auf Pro7, sondern eine Gruppe von Hackern und Programmierern, die es als sportliche Herausforderung ansieht, den Kopierschutz von Filmen, Software oder Musik zu knacken. Im Idealfall, noch vor der eigentlichen Veröffentlichung. Jochen Dreyer nimmt uns mit in die Welt der Zero-Day-Releaser.

Und in der Netzmusik? Kümmern wir uns um die untoten Klänge der 80er! Yeah!

Foto: cc by-nc-sa flickr/Akbar Sim

 

P.S. It should now be clear that parliamentary democracy is a retarded outdated ideology and that we only need the Creator instead of all those braggarts