• 6. Juli 2012 15:07
  • Sendung vom 07.07.2012, Sendungsüberblick

Von APIs, Data-Mining und Videoüberwachung vom Discounter

Der Sendungsüberblick vom 07.07.2012


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Wer auch gerne lamentiert, es würde zu wenig geredet, der sollte sich mal in eine API hinein versetzen. Die Programmierschnittstellen, die eine Kommunikation zwischen zwei Softwareprogrammen erst ermöglichen, sind im Internetzeitalter gefragt wie nie. Ohne API kein Einbetten von Google-Maps-Karten in die eigene Homepage, keine Apps, die Twitter oder Facebook integrieren… kurz: Kein Austausch von Daten zwischen zwei Programmen. Ende. Aus.

Und gerade jetzt will Twitter die Schotten dicht machen: und externe Dienste nur noch nach neuen, strengeren Regeln via API-Schnittstelle am eigenen 140Zeichen-Kapital teilhaben lassen.

Wir finden, der Programmierschnittstelle wurde bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt. Damit wird in der heutigen Sendung aufgeräumt. Kollege Moritz Metz, Journalist und Programmierer, gibt uns einen Überblick, was genau ein Application Programming Interface eigentlich ist und den lieben langen Tag über tut.

Danach sprechen wir mit dem IT-Sicherheitsberater und Mitglied des Open Data Networks Christian Horchert alias fukami über die Sollbruchstelle API als Garant eines offenen Kommunikationsraums Internet. Und um unseren API-Schwerpunkt abzurunden, schauen wir einmal was für Konsequenzen Twitters API-Abschied für den Kurznachrichtendienst selber, aber auch für andere Dienste, die mit der Auswertung von Tweets arbeiten, bedeutet. Dazu im Gespräch Anselm Nehls von tweetscapes.

Außerdem greifen natürlich auch wir bei Breitband DAS Ereignis der Woche auf: Wissenschaftler am Kernforschungszentrum Cern haben ein neues Elementarteilchen, womöglich sogar das Higgs-Boson, das so genannte „Gottesteilchen“ gefunden – mit Hilfe der unvorstellbaren Rechenleistung einer ganzen Armada von Computern. Womöglich können die Programme, die bei der Berechnung zur Datenreduzierung eingesetzt wurden, bald Allgemeingut sein. Schließlich hat Tim Berners-Lee das WWW auch quasi nebenbei im wissenschaftlichen Betrieb erfunden.

Wir sprechen mit dem Philosophen David Weinberger, der am Harvard Berkman Center for Internet&Society digitalisiertes Wissen beforscht und das Buch „Too Big to Know“ geschrieben hat, über die positive Seite der Informationsflut: den Nutzen, den die Wissenschaft aus dem Bearbeiten riesiger Datenberge mit Hilfe von Computern zieht – und dem Nutzen, den das wiederum für die Gesellschaft haben kann.

Schließlich nimmt uns Laf Überland mit auf eine Reise in Gedanken: Wo führt es hin, wenn man Video-Überwachungsanlagen im Discounter an der Ecke kaufen kann?

 

Foto: CC BY flickr /qthomasbower