• 5. März 2011 00:03
  • Sendung vom 05.03.2011, Topic

Vernetzte Kühlschränke und die Auslagerung des Ichs

Wieviel Kontrollverlust wollen wir?


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Immer mehr Alltagsgegenstände werden mit dem Internet verknüpft. Damit lassen sich gleichzeitig den Dingen immer einfacher personengebundene Daten zuordnen. Wer zum Beispiel online einkauft, hinterlässt eine Spur. Es ist davon auszugehen, dass die digital erfassten Daten in Zukunft  immer mehr darüber erzählen können, wie wir uns in der realen Welt bewegen, was wir tun, wen wir treffen, was wir essen, anhaben usw. Es scheint, als würde wir damit eine neue Ebene der Erfassbarkeit menschlicher Existenz erreicht werden, die sich nicht mehr nur auf Aufenthaltsort und Zeit beziehen, sondern unbemerkt auch Verhalten protokollieren können. Doch wie weit wird die Vernetzung von Gegenständen realistischerweise gehen? Darüber reden wir mit Dr. Sandro Gaycken, Technikforscher und Technikphilosoph an der Freien Universität Berlin. Das Interview mit Sandro Gaycken kann hier bereits und in kompletter Version vorgehört werden:  Gaycken_CPS_(web)

Doch nicht nur immer mehr Geräte finden ihren Weg ins Netz. Auch wir deponieren immer größere Teile unseres Ichs in der virtuellen Welt. Man kann schon fast von einer digitalen Auslagerung der Persönlichkeit sprechen. Private und berufliche Kommunikation, Erinnerungsfotos, behördliche Daten usw. Der nicht neue, aber mittlerweile im Mainstream angekommene Begriff der Cloud, der Datenwolke, wird all das noch verstärken. Denn nun sollen und werden wir noch mehr Dienste und Daten im Netz ablegen und gleichzeitig überall mit uns herumtragen und nutzen. Laf Überland hat sich angeschaut, was bereits alles in der Wolke stattfindet und was in Zukunft cloud-basiert passieren wird.

Foto: flickr.com, CC von rrho