• 3. Juni 2012 14:06
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 02.06.2012

Urheberrechts-Guantanamo, Tageswebschau, Flame-Virus

Die Medien und Meinungen vom 02.06.2012


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Neues von der Urheberrechtsdebatte hierzulande und in der Schweiz

Nachdem deutsche Künstler mit dem Pamphlet „Wir sind die Urheber“ ihrer Sorge und ihrem Unverständnis gegenüber den öffentlichen Angriffen gegen das Urheberrecht Ausdruck verliehen haben, hat sich nun in der Schweiz der „Verein Musikschaffende Schweiz“ gegründet. In einer Erklärung nennen sie die Eidgenossenschaft das „Urheberrechts-Guantanamo“ Europas und fordern eine Anpassung an das Urheberrecht ihrer Nachbarländer. Sprich: Download und Verbreitung unrechtmäßig verfügbar gemachter Inhalte sollen illegal sein und es soll rechtliche Mittel geben, um gegen illegale Inhalte vorzugehen. Außerdem hat man sich gegen die Kulturflatrate ausgesprochen und fordert eine Gewinnbeteiligung an den Einnahmen der Provider, die – so die InitiatorInnen – zu den Gewinnern der aktuellen Situation gehörten.

Moderatere Töne kommen dafür aus Deutschland: Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat sich für erweiterte Möglichkeiten zum Remixen von Inhalten und die Einführung einer „Fair use“-Klausel ins Urheberrecht nach dem US-Vorbild ausgesprochen. Allerdings hält sie dies mit den heutigen europäischen Vorgaben für nicht machbar und hält daher eine europäische Rechtsänderung für nötig.

 

Tageswebschau

Und sie bewegt sich doch. Die ARD geht mit der Tageswebschau auf den Markt,  tagesschau.de reicht offenbar nicht mehr. Am Montag geht es los mit einem sechsmonatigen Probelauf der tageswebschau, die sich vor allem an jüngere Zuschauer richtet. In kurzen Beiträgen soll die Sendung die wichtigsten Ereignisse und Themen des Tages bündeln und aus „Sicht des Netzes“ aufbereiten – wie wir es schon bei der BR-Rundshow erleben durften. Das Ganze soll auch interaktiv sein – wie es auf einer Online-Pressekonferenz hieß, soziale Netzwerke wie Facebook sind – wie heute üblich – ebenfalls eingebunden

 

Computervirus Flame

Offenbar wurde der Computervirus „Flame“, der in dieser Woche auf Hunderten von Rechnern im Nahen Osten gefunden worden ist, in staatlichem Auftrag entwickelt. Die Schadsoftware selbst ist noch nicht komplett analysiert, es scheint aber eine sehr komplexe Spionagesoftware zu sein, die teils an bekannte andere Malwares von Cyber-Kriminellen erinnert. Der PC kann damit in eine Wanze verwandelt werden, die Software kann Tastatureingaben und den Netzwerk-Verkehr überwachen. Vollkommen neu ist die Fähigkeit, mit kabellosen Bluetooth-Geräten in der Nähe zu kommunizieren. Die Details werden weiter untersucht, auf jeden Fall hat dieser Virus die Debatte über das Thema Cyberwar neu entfacht

 

Die Medien und Meinungen dieser Woche hat Vera Linß zusammen gestellt.

Foto: www.wordle.net