• 16. November 2013 16:11
  • Sendung vom 16.11.2013, Topic
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Mein Ich für alle

Offene Gen-Datenbanken im Internet


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Eine letzte Bastion in unserem Leben haben die Geheimdienste noch nicht okkupiert. Sie wissen schon viel über uns: Mit wem wir telefonieren, wo wir uns aufhalten, was wir einkaufen, wonach wir im Internet suchen. Aber: In unseren Körper, genauer gesagt in unser Erbgut, unsere DNA, können sie noch nicht schauen.

Der Journalist Richard Gutjahr hat jetzt dieses letzte Tabu zumindest angerissen. Bei der amerikanischen, mit Google verbandelten Analyse-Firma 23andme hat er einen Teil seiner DNA auf Erbkrankheiten untersuchen lassen. Das geht dort ziemlich einfach. 99 Dollar kostet es, sich sein Erbgut analysieren zu lassen. Das Ergebnis der Untersuchung hat Richard Gutjahr öffentlich gemacht.

Unabhängig von einem möglichen Interesse von Geheimdiensten an DNA-Informationen jubeln Wirtschaft und Wissenschaft über das Zurschaustellen von DNA-Analysen: Richard Gutjahrs DNA-Ausschnitte sind längst nicht die einzigen, die im Internet frei verfügbar sind. In Open Source Datenbanken – wie zum Beispiel dem 1000genom-Projekt – lagern tausende vollständig entschlüsselte Genome, frei zugänglich für professionelle Forscher oder Hobby-Programmierer.

Nur: Was sind offene Gen-Datenbanken überhaupt? Wie kann man mit ihnen arbeiten, und was wollen sie erreichen? Teresa Sickert erklärt es uns.

Vera Linß spricht mit dem Bio-Informatiker Jan Korbel, Mitglied im Leitungsgremium des 1000genom-Projekts, über die Gefahren und Möglichkeiten, die in offenen Datenbanken stecken – und was deren Unterschied zu geschlossenen Datenbanken für die DNA-Forschung bedeutet.

Schließlich widmen wir uns der Frage, was passiert, wenn die Analyse-Algorithmen falsch programmiert sind. Bei automatisierten Erbgutanalysen kann das zu schwerwiegenden Folgen und somit Fehldiagnosen führen. Dem Programmierer Lukas Hartmann ist das passiert: Er wurde von 23andme für todkrank erklärt und erzählt Anja Krieger, wie er sich selbst gesund debuggte.

Foto: „DNA Statue“ von Dan Century, CC BY 2.0

 

Kommentare

    […] Die eigenen Daten sind längst nicht mehr Privatsache, sondern ein Wirtschaftsfaktor. Im Silicon Valley hat der Wettlauf um die menschliche DNA bereits 2007 begonnen. So bietet etwa das Unternehmen 23andMe die Analyse der Gene von Privatpersonen an, um damit viel Geld zu verdienen. Als Kunde kann man sich beim Unternehmen Test-Kits bestellen. Wir haben darüber berichtet. […]

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