• 11. Dezember 2007 14:12
  • Off-Air

The Rise and Fall of BREITBAND TV


Letzte Woche haben wir die BREITBAND-Redaktionssitzung als Videoclip ins Netz gestellt. Die Reaktionen fielen besser aus, als wir erwartet hätten: begeisterte Emails, Downloadraten, von denen YouTube-Stars nur träumen, und einfache Redakteure wurden von wildfremden Menschen auf der Straße angesprochen. („Ich kenn dich aus dem Fersehen. Lass dir die Haare schneiden, Mann!“)
In dieser Woche sollte es noch besser werden. Redakteur Ralf Müller-Schmid organisierte aus dem High-Tech-Arsenal des DeutschandRadios in letzter Minute ein hochwertiges 15.000-Euro-Mikrofon, um für brillante Sprachqualität zu sorgen, Moderatorin Vera Linß und Redakteur Kolja Mensing tauschten mehrfach die Plätze, um einen möglichst günstigen Winkel zur Kamera einzunehmen, während Redakteur Markus Heidmeier seinen Laptop in einem halsbrecherischen Free-Climbing-Akt auf dem höchsten Büroregal plazierte: „Bin ich als freier Mitarbeiter eigentlich versichert?“

Dann ging es los. Rasante Action von der ersten Minute an! Immer wieder tauchten Mitarbeiter aus anderen Redaktionen „zufällig“ in der Konferenz vorbei, um auf diesem Weg einen Auftritt in BREITBAND-TV zu ergattern, Hauptabteilungsleiter Wolfgang Hagen entwickelte in einem filmreifen Auftritt die Vision eines vollkommen neuartigen BREITBAND-Sendekonzepts, und Moderator Thomas Jädicke bekam die Aufgabe, den vertraulichen Teil der Sitzung (unberechtigte Honorarforderungen, stapelweise Abmahnungen, redaktionsinterne Weihnachtsfeier) mit einer knisternden Kekspackung zu übertönen. (Die Kekse waren von Mulino Bianco. Die gefüllten, mit Marmelade.)

Kurz: Es war einer der großen Momente in der Geschichte des Radios und der vorläufige Höhepunkt öffentlich-rechtlicher Medienkonvergenz.

Nur: Die Videoaufzeichnung gibt es nicht. Weder im Netz noch sonstwo. Sie ist nie zustande gekommen. Die Technik hat versagt.
Noch ist der Fehler nicht gefunden. „Mein Computer funktioniert sonst tadellos“, erklärte Markus Heidmeier während einer hastig einberufenen Telefonkonferenz. „Das Mikrofon war es nicht“, ergänzte Ralf Müller-Schmid. Unsere Experten arbeiten daran. Die Frage ist jetzt: Wer sagt es dem Hauptabteilungsleiter?
gez. Kolja Mensing