• 14. Januar 2009 18:01
  • Off-Air, Sendung vom 17.01.2009

Sunglasses at night – Musikmarkt im Wandel


Kann man in den digitalen Nischen abseits des Mainstreams überleben? Hört man bei personalisierten Radiosendern nur noch Variationen seines eigenen Geschmacks zu? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf den Warencharakter, die Vertriebswege und die Konsumenten von Musik? Fragen, die am Themenwochenende „Dancing with myself“ vom 16.-18. Januar im Berliner HAU geklärt werden sollen.
Einschränkungen durch Digital-Rights-Management-Systeme (DRM) im Online-Musikhandel werden zwar zunehmend aufgehoben oder mit digitalen Wasserzeichen umgangen. Komplett kopierschutzfreie Tracks, die auf allen gängigen Playern abgespielt werden können sind jedoch alles andere als die Regel.  Creative-Commons-Lizenzen werden mittlerweile von zahlreichen Bands und Musikern genutzt, um ihre Musik im Netz bekannter zu machen. Sie können dabei selbst bestimmen, welche Rechte sie an ihren Werken abgeben. Die Musik darf für private Zwecke weitergegeben und getauscht werden. Doch auch hier bleibt die Frage: „Was tun, wenn keiner kauft?“ So bestreiten viele Musiker ihre Einnahmen eher durch Konzerte und Merchandising.
Auch Musiker, Fachleute und Label-Vertreter auf der 43.  Musikmesse MIDEM  in Cannes machen sich auf die Suche nach neuen Einnahmequellen. Die Online-Musikplattformen wie  Sellaband oder „NoMajorMusik“ möchten die Fans mobilisieren, Musiker direkt finanziell bei der Produktion zu unterstützen.
Bleibt weiterhin offen, wie man Geld verdient, wenn man nur auf freie Kopien setzt?
Kevin Kelly gibt in seinem „Better than Free“-Mainfest eine simple, nicht leicht zu realisierende Antwort.
When copies are super abundant, they become worthless.
When copies are super abundant, stuff which can’t be copied becomes scarce and valuable.
When copies are free, you need to sell things which can not be copied.
Na denn… Essen und Mode oder?

Grafik: valike, Stock.xchng