• 22. September 2010 21:09
  • Digitale Kultur, Netztheorie, Off-Topic

Strukturwandel in der kollektiven Wissensproduktion?

Wikipedia auf dem Prüfstand


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Bei Twitter kursierte kürzlich: „Geschichte wird geschrieben von Menschen mit Administrator-Rechten auf Wikipedia….“. Scheint auf den ersten Blick übertrieben, ist es aber vielleicht gar nicht. Denn für viele ist die Mitmach-Enzyklopädie zumindest zu einem ersten Anlaufpunkt bei der Suche nach Themen oder Begriffen geworden. Wikipedia gehört laut Alexa.com zu den zehn meistbesuchten Seiten im Internet überhaupt. 73% der befragten Internet-Nutzer haben bei der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 angegeben, Wikipedia zumindest gelegentlich zu nutzen. Vor drei Jahren waren es erst 47 Prozent.

In Leipzig setzt sich an diesem Wochenende eine wissenschaftliche Konferenz mit dem Phänomen Wikipedia auseinander. Dabei soll nach der Bedeutung von Wikipedia für die politische Bildung ebenso gefragt werden wie danach, ob es einen unreflektierten Umgang mit Medien fördert.
Im deutschsprachigen Raum findet sich laut Veranstalter eine
wachsende geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung zur
Wikipedia, die auf der Konferenz erstmalig gebündelt wird. Die
Leipziger Konferenz setzt die Reihe internationaler Konferenzen der Wikipedia-Forschungsinitiative Critical Point of View fort, die im Januar und März in Bangalore (Indien) und Amsterdam (Niederlande) stattgefunden haben. Felix Hügel hat für Breitband Eindrücke eingefangen.

Anschließend sprechen wird über den Strukturwandel in der kollektiven Wissensproduktion und einer möglichen Elitenbildung in dem doch eigentlich egalitären Projekt Wikipedia. Denn es gibt immer wieder Kritik: Wirklich frei sei die Wikipedia nicht mehr, was relevant sei oder was gelöscht werde, entschieden wenige Administratoren. Unser Gesprächspartner hierzu: der Soziologe Christian Stegbauer, der u.a. das Buch „Wikipedia. Das Rätsel der Kooperation“  geschrieben hat.