• 30. November 2007 21:11
  • Sendung vom 01.12.2007, Topic

„Sportberichterstattung im Fernsehen ist kein Journalisums“ Gespräch mit Lothar Mikos


> MP3-DOWNLOAD

Unser TOPIC ist ein komplexer Brocken: das symbiotische Verhältnis von Leistungssport und Massenmedien.
Organisationen wie die DFL (Deutsche Fussball Liga; verhökerte zuletzt die Bundesligarechte unter dubiosen Bedingungen an den wiederauferstandenen Leo Kirch), die UEFA (Europäische-Fussball-Union), die FIFA (Welt-Fussball-Verband mit dem Sonnenkönig Joseph Blatter an der Spitze) oder das IOC (Internationales Olympisches Komitee) nehmen für sich das Recht in Anspruch, Übertragungslizenzen ihrer Veranstaltungen meistbietend verkaufen zu dürfen. Mit dem Sport als Ware werden auf diese Weise jährlich Millionen, in der Summe sogar Milliarden umgesetzt. Sponsoren, Funktionäre, TV-Anstalten, absurde Sportlergehälter – eine gewaltige (Unterhaltungs-)Industrie kreist um Sportplätze, Rennstrecken und Laufbahnen. Und wir schauen alle begeistert zu, erleben Sommermärchen, Boxkrimis und Jahrhundertspiele.  
Warum ist der ständig verdächtige Sport (Bestechung, Doping etc.) als Unterhaltungsware so erfolgreich? Was bedeutet diese Form des Informationshandels, der Informationsverknappung für Medien und Journalisten? Wie unabhängig können (Sport-)Journalisten noch sein, wenn ihre Sendeanstalten für viele dreistellige Millionenbeträge Übertragungsrechte erwerben? Welche Rolle spielt der Sport dabei im Informations- und Fiktionsumfeld eines TV-Programms? Und welche Rolle spielt der medial vermittelt, rekordorientierte Sport eigentlich für den Zuschauer? Was fasziniert uns an den hochgespritzten Radrennfahrern bei ihrem Kampf am Berg? Was an blutigen Boxkämpfen? Und was an Ein-Mann-Autos, die grotesk schnell im Kreis rasen?
Wir sprechen mit dem Medienwissenschaftler Lothar Mikos.