• 25. Januar 2014 15:01
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 25.01.2014

So Gott will

Medien und Meinungen am 25.01.2014


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Der Papst gibt dem Internet seinen Segen

Anlässlich des Welttags der sozialen Kommunikationsmittel – der allerdings erst in ein paar Monaten stattfindet, aber wer wird da kleinlich sein – hat Papst Franziskus gesagt, das Internet sei ein Geschenk Gottes. Allerdings räumt @pontifex auch ein, dass es ein Geschenk Gottes mit Risiken sei. Dennoch ruft er die Menschen auf „keine Angst zu haben, Bürger der digitalen Umwelt zu werden“.

Millionen Mail-Account geknackt

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – kurz BSI – hat am Dienstag bekannt gegeben, dass von nicht weniger als 16 Millionen Nutzerkonten die Passwörter in die falschen Hände gelangt sind. Die Mail-Adressen zu den betroffenen Konten sind der Behörde bekannt – wie sie in ihre Hände gelangt sind, ist leider nicht überliefert. Wohl aber, dass sie dort bereits seit vier Wochen lagern. So lange hat das BSI gebraucht, um gemeinsam mit der Telekom eine Website einzurichten, auf der Bürger testen können, ob sie betroffen sind. Auf sicherheitstest.bsi.de kann man seine Mailadresse angeben und soll dann eine Antwort bekommen, ob dieses Nutzerkonto kompromittiert wurde oder eben nicht.

Problem: Das BSI hat offenbar nicht mit einem derart regen Interesse gerechnet. Die Seite brach andauernd unter dem Ansturm der Besucher zusammen, quasi eine Denial-of-Service-Attacke aus der eigenen Bevölkerung. Die Antwortmails, die eigentlich innerhalb von Minuten eintreffen sollten, steckten zeitweise für Stunden im Stau.

Bundesinnenminister will Datenschutz fördern – oder nicht?

Im Rahmen der Veröffentlichung des millionenfachen Mail-Adressen-Diebstahls hat Bundesinnenminister Thomas de Maiziere mehr Geld und mehr Personal für das BSI versprochen. Es sagte aber auch, dass das alleine nicht reichen würde, um ausreichenden Datenschutz zu gewährleisten. Dazu brauche es eine umfassende Datenschutzregelung auf europäischer Ebene – auf die man sich allerdings vor der Europa-Wahl im Mai nicht mehr einige werde, wie de Maiziere erklärt:

„Wir wollen auch nicht, dass über eine europäische Regelung unser hohes Datenschutzniveau abgesenkt wird. Wir brauchen hierzulande auch länger für solche Gesetze und das gilt für Europa erst recht: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.“

Andere Medien, darunter der Spiegel, hatten allerdings auch schon berichtet, die Bundesregierung würde bei der neuen europäischen Datenschutzregelung absichtlich auf die Bremse treten. Der Grünen-Abgeordnete Jan-Philipp Albrecht schreibt auf Twitter: „Für die erneute Verzögerung der europäischen Datenschutzrichtlinie ist vor allem die deutsche Bundesregierung verantwortlich. Eine schlimme Tatsache.“

Studie: Soziales Netzwerk Facebook 2015 am Ende

Die beiden Princeton-Wissenschaftler Spechler und Cannarella haben ein mathematisches Modell auf das Online-Netzwerk angewendet, das sonst auch für die Vorhersage der Ausbreitung von Seuchen genutzt wird. Unter Verwendung von Google-Suchdaten und Nutzungstrends gelangten die Forscher zu dem Ergebnis: Das mit mehr als einer Milliarde Nutzern größte soziale Netzwerk hat seinen Scheitelpunkt schon überschritten, könnte bereits 2015 Geschichte sein.

Ein Facebook-Mitarbeiter hat sich allerdings den Spaß gemacht, das Modell auch mal auf andere Bereiche anzuwenden und festgestellt: Gemessen an den Google-Trends hat Princeton sein Zenit ebenfalls überschritten. Etwa 2021 wird es dort keine Studenten mehr geben. Und noch schlimmer: Etwa 2060 wird uns die Luft ausgehen – zumindest wenn man die Google-Suchanfragen als Maßstab nimmt.

 

Die Medien und Meinungen der Woche hat Julia Eikmann zusammen gestellt.

 

Foto: cc by-nc-sa flickr/Jim Barker