Slave to the Algorithm?

Kathrin Passigs Kritik an der Algorithmenkritik


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Achtung, diese scheinbar harmlose Muster-Grafik wurde erzeugt unter Zuhilfenahme von Algorithmen.

Halb so schlimm. Aber Kritik an der Macht der Algorithmen, die in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ ebenso wirken wie in Empfehlungssystemen wie Amazon, gibt es tatsächlich jede Menge. Besorgt stellen Technikkritiker die Frage, wie viel der Siegeszug der Algorithmen von uns Menschen übrig lässt. Und die Frage, die dahinter steht lautet: Stärken uns die Computerprogramme oder machen sie aus uns träge, maschinengleiche Wesen? Nicht zuletzt die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel hat die Sorge vieler Kulturpessimisten auf den Punkt gebracht: Algorithmen, schreibt sie, rechnen den Zufall von vorneherein aus, so dass ”ein endloser gleichförmiger Fluss von Mainstreaminhalten” entstehe, “in dem alle mitschwimmen können. Varianz oder gar Aufklärung komme so nicht in die Welt.“ – und auch der Autor Eli Pariser beklagt in seinem Buch „The Filter Bubble“ eine zunehmende Vereinsamung inmitten von Personalisierungsalgorithmen.

Die Publizistin Kathrin Passig kommt nun ihrerseits mit einer Kritik der Kritik. In einem aktuellen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung hat sie sich mit diesen Dystopien auseinandergesetzt und das unterschiedslose Algorithmen-Bashing abgelehnt. Wir haben sie gefragt, was sie am meisten daran stört.

Grafik: Algorithmus. CC-Lizenz