• 25. Januar 2010 12:01
  • Besprechung, Medienwandel, Netzökonomie, Sendung vom 30.01.2010

„Sexratgeber vom Papst“*? – Burdas Digital Life Design Conference


Auch wenn es angesichts des Veranstalters Hubert Burda berechtigte Vorbehalte gibt – vom 24. bis 26. Januar trifft sich die digitale Prominenz zur Digital Life Design Conference von Burda (DLD10) in München. Das Motto lautet „Map your Future“. Und da Vermessungen der Zukunft viel Interpretationsspielraum lassen, bietet das Programm unterschiedliche Panels zu IT-Themen, Unternehmensstrategien aber auch gesellschaftliche Debatten über digitale Privatssphäre, Identiät und Kultur. Im besten Fall entstehen trotz trauriger Podienkultur einige neue Thesen:  Eine wesentliche Frage zum derzeitigen „digitalen Strukturwandel“ lautete: Ist die Zerstörung bestehender Märkte eine Erfolgsstrategie des Internets? Mitchell Baker von der Mozilla Foundation, Jimmy Wales,  Gründer von Wikipedia, und Niklas Zennström von Skype debattierten über den Zerfall traditionsreicher Musik- Film- Buch – und Zeitungsmärkte durch kleine, innovative Unternehmen jenseits einer klassischen ökonomischen Erfolgsstrategie. Mehr dazu auch bei Mercedes Bunz im Guardian.
Oder es entstehen angesichts neuer Nutzungsformen auch neue Wertschöpfungsketten. Zum Beispiel der Markt privater Daten, dessen  Währung noch lange nicht geklärt ist: Identität? Kontrolle? Vertrauen? Transparenz? Hier müssen gesellschaftliche Werte und Normen neu verhandelt werden.
Fotos: andreaweckerle /flickr cc
*http://twitter.com/ghensel/status/8188979633