• 10. Juli 2010 14:07
  • Netzmusik, Sendung vom 10.07.2010

Selfmade Sounds

Die Breitband-Netzmusik vom 10.07.10


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Normalerweise gehen Musiker oder Bands in ein Studio, um ein Album aufzunehmen. Bei vielen Netzmusikern ist das nicht so. Oft nehmen kreativen Einzelkämpfer den Klang ihrer Stücke selbst in die Hand und vollenden ihn in Küche, Schlaf- oder Wohnzimmer. Musik, die in den eigenen vier Wänden entstand, findet im Netz ein weltweites Publikum.

Der Spanier Guillermo Farré aka Wild Honey räumte seine komplette Wohnung leer, um Platz für Instrumente und Equipment zu schaffen. Während er sein Debutalbum „Epic Handshakes and a Bear Hug“ aufnahm, muss es wirklich eng gewesen sein: In seinen Songs sind Akustik-Gitarre, Ukulele, Schlagzeug, Keyboard, Perkussions- und Blasinstrumente zu hören. Das Ergebnis der Home-Recording-Session ist sommerlicher und leichtfüßiger Folkpop.

Viele CC-Musiker sehen einem Cover oder Remix ihrer Musik mit Freude entgegen. Manchmal kann so ein Remix aber auch zum regelrechten Kampf ausarten. Aber selbst dafür gibt es eine passende Plattform Netz: Songfight.org. Dort können Musiker ihre Stücke oder Songtexte der Community vor die Füße werfen. Andere Künstler zerfetzen oder verbessern die angebotene Musik, Hörer entscheiden per Voting, wer den musikalischen Kampf gewinnt. Genau dort begann die Karriere von Jeff Fal, alias ADD Music. Was dilletantisch begann, ist in den Jahren wirklich gute Pop-Musik geworden.

Auch Michal Lotan aus Israel ist für Aufnahme, Text und Musik selbst verantwortlich. Ihr musikalischer Weg begann im Schulchor, später kam Gitarre und Schlagzeug dazu, während eines Aufenthaltes in Australien zudem noch das Schauspiel. Seit ihrer Rückkehr nach Tel Aviv füllen beide Künste ihr Herz. Zwar können wir ihr Schauspiel nicht bewerten, aber ein musikalisches Talent können wir ihr ganz sicher zuschreiben.

Tarran Gabriel kommt aus Vancouver, Kanada und nennt sich Tarran The Tailor. Der von osteuropäischen Klängen inspirierte Indie-Folk seines Debutalbums „The Salt“ schwankt zwischen Freude und Trauer, Witz und Melancholie. Man möchte gerne glauben, dass seine Lieder wahre Geschichten erzählen aber dem ist nicht so: The Salt ist der Soundtrack für einen Kurzfilm, in dem es um einen alten Mann geht, der seine Heimat verlässt, um auf Übersee sein spätes Glück zu finden.
Und besonders die Reise über das Meer scheint Tarran zu beschäftigen. In einigen Liedern hört man Meeresrauschen und knarzende Segel eines einsam wirkenden Schiffes, die Bilder auf seiner Webseite sind zudem übersäht von Unterwasser-Fotografien. Ein wirklich sehr interessanter Künstler, bei dem es sich lohnt öfter und genauer hinzuschauen und hinzuhören.

Playlist:

ADD Music – The Blitz
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ADD Music – Sleepwalking
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Michal Lotan – Sounds
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Wild Honey – Whistling Rivalry
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Wild Honey – Gold Leaf
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Tarran The Tailor – Belong Tonight
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Tarran The Tailor – Will You Follow
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Tarran The Tailor – Belong Tonight
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Foto: CC by Flickr/Noel Feans