• 25. Februar 2011 23:02
  • Sendung vom 26.02.2011, Topic

Schnell. Innovativ. Mittendrin.

Das Erfolgsgeheimnis des Fernsehsenders Al Jazeera


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Früher waren es westliche Nachrichtenkanäle wie CNN oder BBC World, die omnipräsent waren, immer von dort berichteten, wo es gerade „brannte“ – und die damit eine westliche Deutungshoheit ausübten. Noch im ersten Irakkrieg von 1993 bestimmte CNN die Schlagzeilen mit der Reporterlegende Peter Arnett als letztem westlichen Reporter in Bagdad. Seit 1996 gibt es vor allem im arabischen Raum einen weiteren einflussreichen Nachrichtenkanal: Al Jazeera.
Wie Al Jazeera im arabischen Raum an Einfluss gewonnen hat und warum der Sender trotz seiner täglich 40 Millionen Zuschauer es noch nicht geschafft hat finanziell unabhängig zu werden, beleuchtet unser Kollege Andreas Noll.

Anschließend sprechen wir mit Dorothee Hermanni, Doktorandin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie hat sich ausgiebig mit der Rolle transnationaler Fernsehsender beschäftigt. Im Focus des Gesprächs liegt die Berichterstattung von Al Jazeera. Wie gelingt dem Sender Nähe herzustellen, ohne seine unabhängige Rolle aufzugeben? Wie unabhängig kann der Sender überhaupt arbeiten? Schließlich hat er seinen Hauptsitz in Doha, der Hauptstadt des Königreichs Katar. Dulden die monarchischen Strukturen eine neutrale Berichterstattung, zumal die Herrscherfamilie den Sender finanziell unterstützt? Außerdem sprechen wir über die Berichterstattung bei den aktuellen Konflikten im arabischen Raum, die nicht ohne Kritik ist.

Die Frage steht im Raum, ob Al Jazeera einer neuen, anderen Form der Berichterstattung gerecht wird. Netzreporter Richard Gutjahr vergleicht in seinem Blog die Berichterstattung unserer einem traditionellem Journalismus verschriebenen Medien mit Al Jazeera und stellt dabei Thesen für das Fernsehen der Zukunft auf.

Schließlich blicken wir hinter die Kulissen von Al Jazeera und sehen zu, wie ein Tag im Leben dieses Nachrichtenkanals aussieht.