• 20. August 2011 12:08
  • Netzmusik, Sendung vom 20.08.2011

Protestsongs und Labellove

Die Breitband-Netzmusik vom 20. August 2011


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…Musik mit viel Wort haben wir heute – denn der Rap ist die musikalische Ausdrucksform, wenn es um politische Zustände wie auf Kuba oder gesellschaftlichen Aufruhr wie in Großbritannien geht. Wir spielen ein paar der aktuellen Protestsongs 2.0, die sich dank Youtube und Co in der Welt verbreiten und ihre Art der Dokumentation darstellen.

Außerdem geht es um die Aktion „Labellove“, die den Labels helfen soll, die bei einem Lagerbrand in London während der Krawalle große Teile ihrer CD-Bestände verloren haben. Darauf macht auch das Netlabel Broken Drum Records aufmerksam, es kommt aus Croydon, wo ebenfalls wild randaliert wurde. Morgen spielen die Lo-Fi-Pioniere Sebadoh ohne Gage in Brighton zugunsten der geschädigten Indie-Labels: Gimme Indierock!

El Primario y Julito aus Kuba sind ganz junge Vertreter der „Musica Protesta“, der Protestmusik, und der Wille zum Widerstand ist ihnen quasi schon in die Wiege gelegt worden – der Vater von El Primario ist Dissident, die Mutter von Julito Oppositionelle. Dass die beiden Rapper stets im Visier der kubanischen Polizei sind, verarbeiten sie musikalisch. „Sagen Sie mir nicht mehr, was ich zu schreiben, zu singen habe“, heißt der Refrain einer ihrer Songs.

„Los Aldeanos“ sind für manche als Begründer des politischen Hiphop auf Kuba. Ihr Song „La naranja se picó“ hat über einen Million Clicks auf Youtube und wehrt sich gegen Zensur und Unterdrückung. Angeklagt hat man sie wegen der Verbreitung von anti-sozialistischem Gedankengut. Doch sie singen: „Voy a seguir diciendo la verdad“ – „ich werde weiter die Wahrheit sagen“.

Playlist

1. Barbary Lion – West of Eden
Broken Drum Records / Bandcamp

2. El primario y Julito – No intenten
Youtube

3. El B (Los Aldeanos) – La naranja se picó
Youtube

4. Sebadoh – Gimme indierock

5. My panda Shall fly – Psychologist
Soundcloud

6. London Riots „Tribute Song & Video“ – Meatman
Youtube / Wiserap

Bild: Screenshot aus dem Video „No intenten“ von El Primario y Julito