• 12. März 2016 14:03
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 12.03.2016
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Pressekodex, Google++, Star Wars aus Aachen


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In den Medien und Meinungen wurde in dieser Woche ein bereits besiegt geglaubter Bösewicht zum YouTube-Phänomen, versucht sich Google abermals an eine sozialen Komponente und entscheidet der Deutsche Presserat über den Pressekodex

Die Folgen von Köln
Wie berichtet man über Straftäter, wenn sie zum Beispiel Flüchtlinge sind oder einen Migrationshintergrund haben? Diese Frage wurde nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln ausführlich diskutiert – auch hier bei Breitband.

Damals gab es den Vorwurf, die Medien hätten nicht nur zu spät über die Vorfälle in Köln berichtet. Sondern sie hätten auch die Herkunft der Täter verschwiegen und somit der Öffentlichkeit wichtige Informationen vorenthalten. Grund für die Zurückhaltung war offenbar für viele Journalisten die Richtlinie 12.1. des Pressekodex:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Nach Köln wurden Forderungen laut, dass die Richtlinie überarbeitet werden müsse. Nun hat der Presserat verkündet, dass die Richtlinie genauso bestehen soll und die Nennung im Fall Köln gerechtfertigt war.

Kein Maulkorb für Journalisten
Die Richtlinie stelle weder einen Maulkorb für Journalisten dar, noch sei sie eine Aufforderung, sachdienliche Informationen zu verscheigen. Das zeige sich auch am Beispiel des Kölner Stadtanzeigers, erklärt Cornelia Haß, Vorsitzende des Trägervereins des Presserats und widerspricht damit Journalisten, die beklagen, dass die Regelung Medien einschränke und Leser bevormunde:

Der Kölner Stadtanzeiger hat zu einem relativ frühen Zeitpunkt einen Hintergrund genannt. Und hat sich da immer auf dem sicheren Boden des Kodex gefühlt und auch befunden. Was uns noch mal gezeigt hat, dass genau die Richtlinie 12.1 kein Maulkorb ist und keine Vorschrift, die dazu auffordert, sachdienliche Informationen zu verschweigen.

Im Interview erklärt Cornelia Haß die Hintergründe der Entscheidung des Deutschen Presserats:

 

Google kann es nicht lassen

Nachdem fast schon niemand mehr über Google Plus spricht, versucht sich der Suchmaschinengigant an einer neuen sozialen Komponente. Der Name ist noch nicht bekannt, die Adresse unter der man das neue Netzwerk aufrufen kann heißt „google.com/posts„.

Das Konzept sieht vor, dass „verifizierte Personen und Organisationen“ Texte, Bilder und Videos gestalten können, die dann direkt in den Suchergebnissen angezeigt werden, wenn nach genau den Personen und Organisationen gesucht wird. Klingt man auf die entsprechenden Ergebnisse, wird eine Seite mit vielen Posts aufgerufen, die einem Twitter- oder Facebookprofil gleicht, wie The Verge schreibt.

So ganz will die Google die Idee von mehr „social“ nicht aufgeben, scheint sich aber vorerst auf das ursprüngliche Kerngeschäft zu konzentrieren und damit die Suchergebnisse und Werbemöglichkeiten verbessern zu wollen. Kosten soll das neue Feature aber nichts.

Star Wars aus Aachen

Episode VII ist gerade aus den Kinos verschwunden, schon kommt der nächste Star-Wars-Film. Allerdings exklusiv auf YouTube und: Aus Aachen. Hier hat der 29-jährige Shwan Bu zwei Jahre und einen fünfstelligen Eurobetrag in die Produktion eines Fan-Films investiert, der unter anderem in einem Wald in der Eiffel gedreht wurde. Erzählt wird die Vorgeschichte von Darth Maul, dem Böseswicht aus Episode I:

Innerhalb einer Woche ist der 17-minütige Film über 5 Millionen Mal angeschaut worden, angeblich soll sich auch Hollywood schon gemeldet haben. YouTube-Erfolg scheint in der Familie zu liegen: Shwan Bu ist der Bruder von Julien Bam, der mit fast 2 Millionen Abonnenten einen sehr erfolgreichen YouTube-Kanal betreibt.

Bildnachweis: Szene aus „DARTH MAUL: Apprentice – A Star Wars Fan-Film

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