• 20. März 2009 10:03
  • Sendung vom 21.03.2009, Sendungsüberblick

Paranoia oder Durchblick? Aktuelle Gespräche über Google


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Früher musste für einen Small-Talk noch das Wetter herhalten. In heutigen Zeiten gibt es ein viel geeigneteres Thema: Google. Jeder kann über Strategien mutmaßen, über den Datenschutz referieren und dirverse Meinungen kundtun. Eine gefährliche Datenkrake, die das Internet kontrollieren will? Weltherrschaft? Oder doch nur ein Anbieter innovativer Internet-Dienste? 
Auch in dieser Woche gab es wieder Nachschub für diverse Argumentationen…
In den USA fordern Datenschützer staatliche Sanktionen gegen die Cloud- Dienste des Google-Konzerns. Dazu gehören das E-Mail-Programm Gmail, der Terminkalender Google Calendar, die Bildverwaltung Picasa und die Textverarbeitung Google Docs, die ausschließlich über das Internet nutzbar sind. In einer von der Datenschutzorganisation Electronic Privacy Information Center (EPIC) eingereichten Beschwerde bei der für Verbraucherschutz zuständigen US-Handelskommission heißt es: „Vertrauliche Informationen werden nicht angemessen gespeichert, daher müssten die Angebote gerichtlich untersagt werden.“
Die Datenschützer verweisen auf jüngste Vorfälle bei Google Doc, wo zeitweise die Vertraulichkeit einiger Dokumente nicht sichergestellt werden konnte. Google hatte eingeräumt, dass einige Nutzer wegen eines technischen Fehlers Zugang zu Dokumenten anderer Nutzer hatten.
Und noch ein Nachtrag zur Diskussion um „Google Books“: Nachdem Literaturwissenschaftler Roland Reuß in der Franfurter Rundschau aufgebracht erklärte: „Google geht immer schamloser zu Werke und enteignet kollektiv die europäische Produktion an Büchern ihrer spirituellen und materiellen Basis “ gibt sich Volker Oppmann vom Verlag Onkel & Onkel sowie Betreiber von textunes weniger verschwörerisch: „Momentan ist Google nicht als Verleger tätig, sondern als Dienstleister. Damit bietet er vor allem eine große Werbefläche.“ (Ganzes Interview gibt es hier.)
 Foto: cc/Rob Watkins