• 2. März 2013 14:03
  • Netzmusik, Sendung vom 02.03.2013

Cyborgs und andere Klassiker


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Die Netzmusik-Selection von Marcus Richter begibt sich auf die musikalischen Spuren von Cyborgs, frönt Klassikern der Netzmusik und leiht jungem HipHop aus Ostdeutschland ein Ohr. 

Während die Zeitungsverleger noch so tun, als sei das Internet ein gefährliches, neues Ding, dass es zu bändigen gilt, haben sich im Netzmusikbereich schön längst altehrwürdige Traditionen etabliert. Dazu gehört sicherlich auch die Musikplattform Blocsonic, die mittlerweile die 41. Ausgabe ihrer Netbloc-Samplerreihe präsentiert. Die Sammlung aus 14. Songs zeigt, wie vielfältig Netzmusik sein kann. Neben Fortyone, der vor allem aufgrund seines Namens ausgewählt wurde, ist auch Brad Sucks mit “Fluoride”.

Thematisch ging es in der Sendung um „Wearable Computing“. Man könnte sagen, dass uns die ständig am Körper verfügbare Technologie früher oder später zu Cyborgs, also technisch aufgewerteten Menschen macht. Der Archetyp der Idee Cyborg ist nicht nur ein beliebtes Motiv in der Science-Fiction sondern inspiriert auch immer wieder Musiker. Zum Beispiel Pentothal, dessen „Cyborg“ klassisch düster und fast schon roboterhaft wirkt, Ogg Vorbis präsentiert mit  „Insatiable little punky Cyborg“ eher die komische Variante.

Neuer HipHop kommt dieses Mal nicht von der Eastcoast oder Westcoast, sondern oder aus Leipzig. Hier haben sich Mongblong gefunden und 5 Songs unter dem Namen “12er EP” veröffentlicht. Wie so viele Rapper sind die Beats noch sehr geradlinig und die Texte drehen sich vor allem darum, dass man viel cooler als alle anderen Rapper sind. Mongblong sind also eher noch ein ungeschliffener Diamant, aber klingen – wie zum Beispiel „Berta“ – trotzdem schon vielversprechend.

Von Leipzig geht es direkt nach Bristol, hier lebt Robin Mitchell, Frontmann der Poprock-Band “Absent Me!”. Das ist ihm aber nicht genug, deswegen ist er als  mit Gitarre, minimalem Schlagzeugeinsatz und einem alten Keyboard als “Cock Robin” unterwegs. Als Einflüsse gibt er Billi Holiday, Tom Waits und Calexico an. Wie sich das anhört, zeigt er auf dem aktuellen Album “Tales from the Deep Dark Middle”, aus dem wir den Track “Playing it cool” empfehlen.

Und noch ein Klassiker: Computerspiele sind nicht nur Zeitvertreib, sondern für viele Menschen eine eindrückliche kulturelle Erfahrung. Die Rollenspiel-Reihe “Zelda” taucht immer wieder als Inspirationsquelle für Bilder oder Musiken im Netz auf. Auch Ben Garside alias Shag war davon so beeindruckt, dass er mit “Flyrule: A Terrible Fate” bereits zum zweiten Mal einen Soundtrack eines Spiels mit HipHop-Elementen geremixed hat.

Netzmusik-Playlist vom 02.03.2013

Brad Sucks – Fluoride (by-nc-nd)
Ogg Vorbis – Insatiable little punky Cyborg (by-nc-sa)
Pentothal – Cyborg (by-nc-sa)
Mongblong – Berta (by-nc-sa)
Cock Robin – Playing It Cool (by-nc-sa)
Shag Flyrule – Song of Healing