• 11. Januar 2014 13:01
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 11.01.2014

Nicht ganz faire Phones und Bitcoin-Kartelle

Medien und Meinungen vom 11.01.2014


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Fairphone doch nicht so fair?

Das Fairphone sollte ethisch korrekt hergestellt werden. Also ohne Ausbeutung und nachhaltig produziert. Die Begriff „fair“ sei aber irreführend, kritisiert zum Beispiel Sebastian Jekutsch auf dem Blog Faire Computer.

Er wird verstanden bei den Leuten als so etwas wie fairer Kaffee. Und das Versprechen wird bei weitem nicht eingehalten. Selbst beim Fairphone gibt es Kinderarbeit in der Lieferkette, selbst beim Fairphone verdienen wahrscheinlich noch Konfliktparteien an den Rohstoffen, wenn auch nur wenig. Und wenn man zur Fertigung geht. Selbst beim Fairphone werden chinesische Gesetze gebrochen, selbst beim Fairphone gibt es Überstunden ohne Ende.

Warum faire Elektronik ohnehin nur ein Wunschtraum sei, erklärt Sebastian Jekutsch hier im kompletten Interview:

  • Gespräch mit Sebastian Jekutsch – Langfassung (DOWNLOAD MP3):

Es gibt aber auch einige, die das Fairphone in Schutz nehmen. Zum Beispiel Christian Wölbert in einem Kommentar auf heise.de. Er lobt unter anderem die Signalwirkung, die vom Fairphone auf andere Hersteller ausginge.

 

Hacker entern Rechner zum Bitcoin-Schürfen

Die virtuelle Währung Bitcoin kann man im Netz generieren, wenn man komplexe Matheaufgaben löst. Mining nennt sich dieser Prozess. Mittlerweile sind diese Aufgaben so knifflig, dass man dafür sehr leistungsstarke oder sehr viele Rechner benötigt.
Deshalb haben Hacker über zwei Millionen PCs in Europa mit einem Virus infiziert und so quasi eine riesige Mining-Struktur geschaffen. Die gesamte Leistung der versklavten Geräte sollte dazu benutzt werden, für die Hacker Bitcoins zu errechnen. Verbreitet hat sich der Virus über eine Werbung, die auf Yahoo-Seiten platziert war.

 

Warnung vor Bitcoin-Kartell

Das Mining -Kollektiv Gash.io sei kurz davor, die Währung zu übernehmen, warnt das Onlinemagazin Quartz. In dem Kollektiv seien fast die Hälfte aller Computer zusammengeschlossen, die Bitcoins errechnen. Nah an der kritischen Grenze von 51 Prozent, ab der Manipulationen nicht mehr kontrollierbar seien. Ein Bitcoin hätte zum Beispiel zweimal ausgegeben werden können. Viele Miner haben dann aber wohl das Kartell freiwillig verlassen, um den Bitcoin nicht zu gefährden.
Trotzdem: Solche Meldungen sind Wasser auf die Mühlen der Kritiker der Internetwährung. Zu denen gehört auch die Bundesbank. Die hat in dieser Woche ausdrücklich vor Bitcoins gewarnt.

 

Abmahnung wegen Livestream rechtswidrig

Justizminister Heiko Mass hat in dieser Woche klar gestellt: Das Anschauen einen Streams sei keine unerlaubte Kopie und somit keine Straftat. Große Zustimmung bekommt Heiko Maas zum Beispiel von Rechtsanwalt Udo Vetter. Er schreibt auf seinem Lawblog, dass die Massenabmahner nun weiter in Turbulenzen gerieten.

 

Die Medien und Meinungen hat Tim Wiese zusammen gestellt.

Foto: www.wordle.net