• 19. März 2016 12:03
  • Netzmusik, Sendung vom 19.03.2016
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Selbstbewusster Pop, Strandklänge, Magnetbandehre

Die Netzmusikauswahl von Christian Grasse


 

Eine 18-jährige Sängerin, die sich und ihren Stil mit Musikgrößen wie Aretha Franklin, Madonna und Lady Gaga in Verbindung bringt muss vor Selbstbewusstsein strotzen. Daran mangelt es Viktoria London aus New Jersey ganz sicher nicht. Zu ihrem Glück gesellt sich auch noch musikalisches Talent dazu – das offenbart sich auf ihrer aktuellen Reassurance EP.

Am Südzipfel von Uruguay liegt die Kleinstadt Piriápolis. Gerade mal 8000 Menschen leben dort. Ein perfekter Ort für ein Musikfestival, dachten sich die Macher des Break-Art-Festivals. Dessen vierte Ausgabe fand am 26. Januar statt. Was bleibt, sind Erinnerung an einen schönen Tag mit Musik am Strand und eine Downloadcompilation. Mit dabei sind auch diverse Bands aus Montevideo, zum Beispiel Cielos de Plomo.

„Just another alternative rock band from Brazil.“ So bescheiden fallen Bandbeschreibungen selten aus. In dem Fall von Grize passt es jedoch, denn musikalisch ist das südbrasilianische Quartett im Grunge der 90er Jahre verwurzelt – und der ist ja bekannt für sein Understatement, das künstlerische Stilmittel der Untertreibung.

Bescheidenheit wird auch im australischen Sydney gelebt. Dort hat sich die dreiköpfige Band EGO vor knapp zwei Jahren gegründet. Dylan, Scout und Oliver, die nach eigenen Angaben eine Mischung aus Dreampop und Shoegaze machen, haben bisher drei Downloadsingles im Netz veröffentlicht. „Crowd“ sei die letzte Single vor dem Erscheinen ihrer Debut-EP, schreiben sie.

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass ich auf eine Veröffentlichung des slowakischen Kassetten-Labels zTapes hinweise. Die Hybrid-Releases (Kassette und Download) sind einfach gut! Diesmal bekommen Sea Ghost aus Atlanta die Magnetband-Ehre – streng limitiert auf 70 Tapes. Die beherbergen jeweils neun Stücke, die die Band so beschreibt: „ghost pop jams with guitars“. Besonders ins Ohr geht ihr Song „Cowboy Hat“.

Zum Schluss ein geheimnisvoller Künstler namens Pantis, der/die nur folgende Worte über sich preisgibt: „Pantis é un presentimento.“, was italienisch für „Pantis ist ein Gefühl“ steht. Verwirrenderweise steht in der selbstgewählten Genrebeschreibung „Pop, Garage, Spain“, was auf Spanien hindeutet und durch den Ort eines in der Künstlerinfo erwähnten Aufnahmestudios bestätigt wird. Das liegt nämlich im südlichen Galizien.

 
Playlist

  1. Viktoria London – Warriors (CC BY-NC-ND)
    1. Cielos de Plomo – Ciudad Quieta (CC BY-NC-SA)
      1. Grize – Elegy (CC BY-SA)
        1. EGO – Crowd (CC BY-SA)
          1. Sea Ghost – Cowboy Hat (CC BY)
            1. Pantis – Viaduto (CC BY-NC-SA)
            2.  
              Bild: Floating Sounds von Jesus Solana auf Flickr, CC BY

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