• 11. Juni 2008 19:06
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Netbooks. Die Geburt einer Geräteklasse.


Manchmal daurt es Jahrzehnte, bis ein bereits erfundener Name mit voller Kraft auf den Markt drängt: Die „Netbooks“ haben es jetzt geschafft. Natürlich, ein möglicher Name für viele Produkte – Bücher mit Internetanschluss zum Beispiel. Doch die explodierte Zahl der jüngst auf der amerikanischen Computermesse Computex vorgestellten Mikro-Laptops definiert den Begriff „Netbook“ entgültig: auf eine neuartige Geräteklasse.

Die tatsächlich ins Taschenbuchformat geschrumpften Mikro-Laptops bieten Netz-Einsteigern genug, um Hauptschnittstelle ins Internet zu sein, für Vielnutzer sind sie transportable Alternative zum vergleichsweise klobigen Notebook. Und weil die Leistung eben „nur“ für komfortables und kabelloses Internetsurfen, Musikhören und die Textverarbeitung ausreichet, bleibt der Preis im untersten Bereich – ab 250 Euro gibt es Netbooks, bald an jeder Ecke.

Denn durch den überraschenden Erfolg des ersten Netbooks „eee-PC„, der im Winter diesen Jahres seinen taiwanesischen Hersteller Asus zeitweise in Lieferengpässen führte, ist der große Markt am untersten Ende der mobilen Tastaturcomputer eröffnet. Jetzt ziehen weitere Hersteller am Netbook-Trend, teilweise nur mit optional ausschiebbarer Mini-Tastatur, diese Internetschnittstellen heißen dann meist „Webpad“.

Jedenfalls beginnt auch hier der Thron des Betriebsystem-Platzhirschen Microsoft zu wanken – seinem aktuellem System Windows Vista sind die neuen Kleinstgeräte nicht gewachsen. Müssen sie auch nicht. Lieber erledigen sie alle Aufgabe mit schlanken Versionen des quelloffenen Betriebsystems Linux, das alle Vor- und nur wenig Nachteile der schwergewichtigen 90er-Jahre Betriebsysteme kostenlos mitbringt. Auch fehleranfällige Festplatten sind dank günstigen Speicherchips nicht mehr an Bord.

Es tut sich wieder was bei den Internetfähigen und mobilen Endgeräten. Auch die unlängst vorgestellte und deutlich preiswerter gewordenere zweite Version des Apple-iPhone wird mit dafür sorgen, dass wir das Internet immer öfters in die Tasche stecken werden – wie ein Stück Literatur. Vielleicht sind Netbooks also doch Bücher mit Internetanschluss?