Mythologische Ökonomie, Einhornjournalismus und digitale Staatsbürgerschaft


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Was haben Star Wars, Star Trek und The Circle gemeinsam? Sie alle könnten die globale Ökonomie am Laufen halten. Diese These wird an diesem Wochenende vom tschechischen Ökonomen Tomáš Sedláček beim Bucerius Lab 2016 erörtert.

Tatsächlich fragt Sedláček danach, welche philosophischen Modelle, auch die der Nerdkultur, am besten geeignet sind, um die Weltwirtschaft im digitalen Zeitalter zu betrachten. Zwar hat sich die globale Wirtschaft durch die Digitalisierung enorm verändert, letztlich entscheiden aber nicht Technologien und mathematische Modelle, sondern Wertesysteme über das Wohl und Wehe von Volkswirtschaften.

Bei Breitband gibt Sedláček einen Einblick in die Zusammenhänge von Mythologie, Wertvorstellungen und dem Erfolg der Ökonomie im Digitalzeitalter.

Journalismus durch den Einhornfilter

Snapchat ist die Social Media App, über die zur Zeit am meisten diskutiert wird. Mit Snapchat lassen sich kurze Momente in Bildern und Videos festhalten, die mit lustigen Texten, Emojis und Filtern bearbeitet werden. Die Nutzer stellen sich damit zum Beispiel als regenbogenspeiende Einhörner, Totenköpfe oder mit riesigen, verzerrten Augen dar.

Die einzelnen Momente werden in Geschichten, zusammengefasst.  Eine Funktion, die sich auch für den Journalismus nutzen lässt. Kein Wunder also, dass sich bei Snapchat immer mehr JournalistInnen tummeln. Wir sprechen mit dem Journalisten und Snapchatter Mark Heywinkel darüber, wie die quietschbunte App und seriöse Berichterstattung zusammenpassen, welche neuen Formate entstehen und wie sich dadurch unsere Wahrnehmung von Journalismus und Öffentlichkeit verändert.

Staatsangehörigkeit per Algorithmus

Aktuell wird viel über Grenzen diskutiert. Ob sie offen oder geschlossen sein sollten, um Menschen draußen zu halten, die eine andere Staatsangehörigkeit haben. Zumindest die, die aus einem Staat kommen, aus dem man nicht sofort jedem Menschen Zugang zu beispielsweise Deutschland erlaubt. Das ist das Konzept der Grenze und der Staatsangehörigkeit wie nie zuvor in der Geschichte in Frage zu stellen. Wir überschreiten täglich Grenzen, reisen von Kontinent zu Kontinent, begeben uns in zig verschiedene Rechtsrahmen- denn wir nutzen das Internet. Der Journalist und Künstler James Bridle hat ein Tool entworfen mit dem man seine algorithmisch errechnete Staatsangehörigkeit herausfinden kann. Jochen Dreier hat sich für Breitband mit seiner digitalen, also algorithmischen, Staatsangehörigkeit befasst. So viel sei gesagt, er ist nur zu 10 Prozent deutsch.

Tim Wiese hat die Medienwelt aufmerksam beobachtet und präsentiert uns die Medien und Meinungen dieser Woche. Durch die Sendung begleiten Sie Marcus Richter und Teresa Sickert, die auch die Netzmusik zusammengestellt hat und die Sendung im Netz begleitet. Hinter den Kulissen halten Christine Watty und Jana Wuttke die Fäden zusammen.

Bild: Rainbow mythology scene von loveversuschaos (CC-BY-NC)

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