• 3. September 2011 10:09
  • Netzmusik, Sendung vom 03.09.2011

Musik liegt in der Luft

Die Netzmusik vom 03.09.2011


Das Dateiformat mp3 hat vor allem die Musikindustrie umgekrempelt, aber auch die Art, wie wir Musik hören. Was für die letzten 10 Jahre galt, bleibt auch weiterhin gültig: die Art, wie wir Musik hören ist im Umbruch. Während die Schallplatte gut 80 Jahre erfolgreich war (als Vinylplatte immerhin noch etwa 40 Jahre), brachte es die CD nur noch auf gut 20 Jahre, bis Musik vielfältig als mp3 zur Verfügung stand. Und ab 2001 gab es Musik dann in Online-Plattformen zu kaufen. Bis jetzt spielte vor allem der Eigentums-Gedanke eine zentrale Rolle, doch wenn Systeme wissen, welche Musik ich gerade hören möchte, warum sollte ich diese Musik besitzen müssen, um sie zu hören? Die Zukunft sind Streaming Dienste. Ich wähle eine Musikrichtung, einen Künstler oder ein Album aus und via Internet höre ich die Musik. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie von einem großen Konzern angeboten wird oder dem peer-to-peer Prinzip folgt. Mit myjuke.com ist zur Ifa gerade ein neuer Musikstreaming Dienst gestartet. Auch bei Facebook sollen solche Player zum Streamen wohl bald besser intergriert werden.

Durch die Sendung begleitet uns der Sound einer neuen Smartphone-App: Wahwah FM. Da kann man ortsabhängige, von anderen Nutzern zusammengestellte Radiostreams hören und selbst einen eigenen Kanal betreiben. Und so sich promoten oder seine Musik mit anderen teilen und gleichzeitig hören. Oder auch den Sound einer Stadt auf neue Weise kennenlernen.
Ein kleines Startup-Unternehmen in Berlin-Neukölln hat sich das ausgedacht und auch schon Preise dafür gewonnen.
In der Sendung dann Musik von Leuten, die da schon eine Playlist zum Streamen anbieten. Z.B. die Fleischdolls, eine Elektropunk-Band aus Berlin. Oder Soundbwoys Destiny, ein Reggae & Dancehall Soundsystem aus Frankfurt am Main. Oder Andre Wakko, ein Brasilianer, der in Berlin Elektro und Sounds für Klangkunst-Installationen produziert.
Musik gibt’s auch zur Ars Electronica. Da tritt u.a. das Tesla Orchestra auf. Die Formation aus Cleveland spielt Bach und Lady Gaga auf riesigen Resonanztransformatoren, die dabei Blitze spucken.

Die Playlist vom 03.09.2011

1. Fleischdolls – Kontrolle Rebellion
2.1 Soundbwoys Destiny wahwah.fm Mix part1
2.2 Soundbwoys Destiny wahwah.fm Mix part2
3.1 The Toten Crackhuren im Kofferraum – Katzenfleisch Remix by Fleischdolls
3.2 Andre Wakko – Copacabana (1th edit)
4.1 Tesla Orchestra – Fuge in c-moll (BWV 582) von Johann Sebastain Bach
4.2 Andre Wakko – Flavored