• 14. Januar 2012 14:01
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 14.01.2012

Google-Suche, Rdio

Die Medien und Meinungen vom 14.01.2012


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Die Medien und Meinungen beginnt Christine Watty mit einem wichtigen Thema der Woche: der personalisierten Google-Suche. Die ist noch nicht akut für uns, sondern wird zunächst für die englischsprachige Ausgabe freigeschaltet, also für google.com. Die Idee dahinter, folgerichtig und absehbar, unabhängig der Kritik, die nun aufbrandet: Google lässt in Zukunft auch personalisiert suchen. Das heißt: es wird eine Option namens „persönliche Ergebnisse“ geben – und dabei durchsucht Google dann auch zum Beispiel die Infos, die man beim sozialen Netzwerk und Facebook-Pendant Google Plus eingebeben hat. Das bedeutet: wenn ich nach einer Person mit dem Namen Bettina Schmidt suche, zugegebenermaßen kein ganz unalltäglicher Name, würde Google für mich die Bettina Schmidt finden, mit der ich verbunden bin, über Google Plus. Es findet dann auch Bilder, die ich hochgeladen habe bei Google Plus oder Picasa, nutzt also all die Informationen für diese persönliche Suche, die ich zuvor auch hinterlassen habe und die dank der neuen Algorithmen-Funktionen auch in Zusammenhang mit meinem Such-Wunsch gebracht werden.
Angeblich werdeen diese persönlichen Suchergebnisse dann auch so gut es geht von der Außenwelt abgeschirmt und über eine sichere, verschlüsselte Seite übermittelt und der Nutzer kann eben immer selbst entscheiden, ob er seine eigenen Hinterlassenschaften im Netz durchforsten will, oder herkömmlich, die ganze Netzwelt. Das klingt, als könne es dennoch nicht ohne Datenschutzbedenken und Konkurrenz-Wut hingenommen werden. Traurig bis wütend macht die Idee zum Beispiel Twitter, denn diese personalisierte Suche findet keine Spuren, Einträge, Daten von anderen Netzwerken – und das bedeutet natürlich, dass Google als Synonym für die Suche im Netz, dann seine Nutzer in einen kleinen Kosmos verfrachtet, in dem bald nichts mehr wichtig ist, als nur das, was man in der Google-Welt angibt. Und apropos Datenschutz: in den USA läuft bereits eine Datenschutzbeschwerde des Electronic Privacy Information Centers das darauf hinweist, dass es doch nicht sein könne, dass damit die Informationen von Nutzern einfach durchsucht werden dürften, und solche Suchergebnisse in keinem Fall öffentlich gemacht werden könnten. Privatkommunikation soll, so ein Argument von EPIC, auch von Konzernen geschützt werden, was ein wenig, um mich vorsichtig auszudrücken, oldschool und naiv klingt, dieser Wunsch, denn wie diese Privatkommunikation aussehen soll, über soziale Netzwerke, an der das Unternehmen nicht teilhat, und gerade Google nicht – das bleibt schleierhaft und ist vielleicht auch ein Einwand, der eher spät kommt.

Zweite Meldung: Musikhören Online, Folge 7435
Es geht zur Abwechslung mal wieder ums Streamen! Für die, die das Musikhören online nicht dauernd verfolgen: darum geht tatsächlich ständig und dauernd, denn der große Trend scheint das Musikstreamen zu werden. Wir hier in Deutschland aber haben davon bisher nicht so richtig doll viel gehabt, abgesehen von zum Beispiel dem Dienst Simfy, der schon eine Weile am Start ist. Die Verzögerung auch deshalb, weil die GEMA gemeinsam mit den Streaming-Portal-Anbietern keine Vergütungsmodell-Lösung fand, nun aber, wir erinnern uns: Ende des letzten Jahres gab es ein Einlenken und Jahresend-Glück-Vereinigungs-Meldung – GEMA und IT-Branchenverband Bitkom haben einen Gesamtvertrag erstellt!
Und wir alle warten seitdem auf spotify! Das ist nämlich quasi der Streaming-Veteran, überall sonst auf der Welt schon am Laufen und vor allem Kooperationsparner von Facebook Music, nichts da aber. Die Überraschung: stattdessen kam jetzt Rdio (ohne a) auf den Plan und steht den deutschen Nutzern zur Verfügung. Preislich ähnlich wie simfy und ebenfalls mit Zugriffmöglichkeit auf die Musik großer Majors und bekannter Indie-Labels. Ein Dienst, den sich die Gründer von Skype ausgedacht haben und der auch zu Facebook passt, denn die arbeiten auch mit Rdio zusammen. Das heißt, wer bei Rdio angemeldet ist, kann auch per Facebook-Tool gemeinsam Musikhören und die Musikstreams von Freunden erhalten. Nur die Frage bleibt: Was ist denn jetzt mit spotify? Das steckt angeblich noch in Verhandlungen mit der Gema – da steckt auch noch Google/Youtube drin.
Da war also Rdio schneller und Deutschland ist das erste europäische Land, in dem Rdio an den Start geht. Und damit gilt: die Grundversorgung an Streaming-Diensten für die Musikliebhaber ist langsam gegeben.

Letzte Meldung: folgt

Bild: Google-Werbevideo