• 23. April 2011 11:04
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 23.04.2011

Content-Allianz, Handy-Auslesegerät, Dropbox&Behörden

Die Medien und Meinungen vom 23.04.2011


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Den Nachrichtenticker verfolgte diese Woche Vera Linß – und sie begann mit einer Meldung der letzten Woche: Der Gründung der Deutschen Content-Allianz – ein Zusammenschluss von Inhalte-Anbietern, die sich sonst oft spinnefeind sind. Dieser Zusammenschluss erfolgte bereits parallel zur re:publica. Mit dabei sind u. a. ARD und ZDF, die GEMA, der Börsenverein des dt. Buchhandels und der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation, VPRT. Deren Wahrnehmung ist, dass sie sowohl von der Politik und als auch von den Netzbetreibern „als nachrangig“ empfunden werden Zum Beispiel in der Enquete-Kommission für Internet und digitale Gesellschaft, da säße kein Inhalte-Vertreter. Immer drehe sich alles nur um die um die Netze und nicht um die Inhalte, da will man gegenhalten, sagt Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation

Zugehen will man übrigens auch auf die Presse-Verleger-Verbände, VDZ und  BDZV – die sollen auch mitmachen in der Content-Allianz. Da darf man gespannt sein, ob die ihre Kritikpunkte gegen die Öffentlich-rechtlichen hintenan stellen können und sich anschließen. Was die Content-Allianz allerdings praktisch bedeutet, ist noch nicht so richtig klar. Man will den Wert der Inhalte wieder in den Mittelpunkt stellen und da wird mit Aktionen und Lobbyarbeit zu rechnen sein.

2) Stichwort Datenschutz. Da ist in dieser Woche einiges an die Öffentlichkeit gelangt. Nimmt man z. B. die US-Polizei und zwar die Michigan State Police – die benutzt seit Neuestem ein Gerät, mit dem man von gängigen Mobiltelefonen Textnachrichten, GPS-Daten, Photos und Videos herunterladen kann,  nachdem man dieses ordentlich verkabelt hat. Fünf solcher Geräte gibt es in Michigan und wie es heißt, kommen die auch mal bei normalen Verkehrsstreifen und Verkehrskontrollen zum Einsatz. Das scheint – wen wunderts – gegen geltendes Recht zu verstoßen, deshalb hat sich die American Civil Liberties Union eingeschaltet, eine amerikanische NGO, die sich für Bürgerrechte einsetzt

3) Wir bleiben beim Datenschutz: Schlechte Nachrichten gibt es auch vom Webdienst „Dropbox“, bei dem man online mit anderen Usern Daten synchronisieren und teilen kann. Vor kurzer Zeit wurde ja schon bekannt, dass sich der Dateischlüssel für den Zugang zu den privaten Dropbox-Daten ohne neue Passwortanfrage auf weitere Computer duplizieren lässt; sprich: sich unter Umständen Daten klauen lassen. Diese Woche gab´s nun eine weitere Nachricht: auf all die Daten, die die User auf dem Dropbox-Server, also in der Cloud ablegen, haben in Zukunft US-Behörden auf Anfrage Zugriff –  die Dropbpx – AGB´s wurden entsprechend geändert. Allerdings wies Dropbox darauf hin, dass User selbst zu Verschlüsselungstechniken greifen können und somit die eigenen Daten durch Verschlüsselungssoftware von Drittanbietern absichern und auch für Behörden gänzlich unzugänglich machen können.