• 3. Dezember 2011 14:12
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 03.12.2011

Open Data Hackday, Ende des Websperrengesetz, Kinofilm auf Youtube

Die Medien und Meinungen vom 03.12.2011


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Diese Woche hat Vera Linß folgende drei Meldungen mitgebracht:

1) Hackday in Berlin
Mit dem Open Hackday läuft in Berlin gerade die deutsche Ausgabe des Open Data Hackathon, der heute und morgen weltweit stattfindet. Die Berliner Version soll vor allem Akteure der Szene versammeln, um möglichst rasch weitere Anwendungen zu entwickeln, die die Relevanz und vor allem alltägliche Anwendbarkeit von Open Data zeigen, heißt es. Es gibt auch ein Leitthema: und zwar geht es um Open Data Anwendungen, die mit Geodaten arbeiten – dazu will man sich Daten des sog. FIS-Brokers anschauen, der Luftaufnahmen von Berlin, Karten, Pläne und andere Geodaten online verfügbar macht.
Zugriff haben die rund 80 Hacker auch auf daten.berlin.de und offene.daten.de Außerdem, heißt es, wollen sie ein Programm entwickeln, das hilft, rassistische Äußerungen im Internet zu erkennen – und eine Anwendung schaffen, die Rollstuhlfahrer hilft, wenn sie im Aufzug festsitzen. Wir dürften also gespannt sein, was in den nächsten beiden Tagen da entsteht. In den letzten Jahren gab´s international schon einige interessante Softwarestücek – eine App z.B., die sich das Crowdsourcing zunutze macht und zur Benachrichtigung bei Buschbränden eingesetzt wird in Australien. Es geht also immer um praxisnahe Anwendungen, die das Leben verbessern

2) Bundestag hebt Websperrengesetz auf
Der Bundestag hat das Websperrengesetz aufgehoben und damit hat man sich auf die Linie „Löschen statt sperren“ festgelegt – also so, wie es viele Netzaktivisten und andere Kritiker sich gewünscht haben um strafbare Inhalte durch konsequentes Löschen tatsächlich nachhaltig aus dem Netz verbannen zu können. Das wäre mit dem nun beerdigten Gesetz nicht gegangen.
Das Websperrengesetz war im Februar 2010 erlassen worden, es sah vor, Seiten, die Kinderpornographie enthalten, zu sperren statt zu löschen – und zwar hätte da ein Stoppschild gestanden auf den entsprechenden Seiten. Gegen diese Gesetz wurde nicht nur protestiert, sondern auch geklagt, es sei „in seiner konkreten Ausgestaltung nicht geeignet, den Zugang zu Websites mit kinderpornografischen Inhalten zu erschweren“. Das Gesetz etabliere eine „Präventivzensur“ und verstoße damit gegen den Artikel 5 des Grundgesetz.
Auf jeden Fall war dieses Gesetz ein schönes Beispiel für das ahnungslose Handeln der Politik in Sachen Netz – und nun ist es vom Tisch.

3) Youtube zeigt Kinofilm
Youtube zeigt erstmals einen deutschen Kinofilm in voller Länge – und zwar die Komödie „Sonnenallee“, ab dem 6. Dezember, quasi als Nikolausgeschenk. Auch Werbepausen soll es geben. Wenn das Interesse groß genug sei, könne YouTube, das ja zu Google gehört, sich vorstellen, solche Aktionen zu wiederholen, heißt es. In den USA macht man das schon länger. Hintergrund könnten Bemühungen sein, die Plattform Google TV zu etablieren. Hier soll klassisches Fernsehen mit Internet-Inhalten verschmelzen aber bislang ist das noch nicht allzu erfolgreich

Bild-Quelle: Clipart-Kiste.de