• 8. Oktober 2016 13:10
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 08.10.2016

Künstliche Intelligenz, Facebook-Stress und die ICANN

Die Meldungen der Woche vom 08.10.2016


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Die Meldungen der Woche hat diesmal Vera Linß dabei:

Google hat in dieser Woche einige neue Geräte vorgestellt und damit das Wettrennen um künstliche Intelligenz angeheizt: Der Konzern stellt die KI in das Zentrum seiner neuen Geräte. Da gibt es zum Beispiel ein Handy namens „Pixel“, das viele an ein IPhone erinnert – es enthält ein intelligentes Dialog-System, das aber – anders als bei Apple – mit Googles Weltwissen ausgestattet ist. Zudem wurde der vernetzte Lautsprecher „Home“ präsentiert, der ein Mikrofon mit WLAN-Anschluss enthält und mit Fernfeld-Mikrofonen auf gesprochene Befehle gehorcht. Im kommenden Jahr soll das Gerät in Deutschland zu haben sein – Zeit, um sich jetzt schon mal darüber Gedanken zu machen, zukünftig  mehr mit Maschinen statt mit Menschen zu kommunizieren.

Justizminister Maas will Facebook nun in Haftung nehmen, wenn bestimmte Hasskommentare nicht gelöscht werden. Das Problem der Hasspostings wird ja – gefühlt – schon ewig diskutiert, immer wieder gibt es auch Initiativen gegen Hass auf Facebook, wie zuletzt die Mitte September gestartete Kampagne #nichtegal. Jedoch würden laut Maas nur 46 % der von Usern gemeldeten Postings vom Konzern gelöscht. Er fordert jetzt, Facebook (und im übrigen auch Twitter) dazu auf, ihre Kunden ernster nehmen. Der Minister will zum Ende des Jahres abschließend Bilanz ziehen und dann auch Konsequenzen ziehen, sollte sich nichts ändern. Konkret heißt das, dass Facebook zu mehr Transparenz verpflichtet werden könnte: Das Netzwerk müsste einmal im Jahr offen legen, wie viele Beschwerden zu illegalen Hasskommentaren eingegangen sind und was damit passiert ist.

Zum Schluss geht es um ein historisches Ereignis in der Geschichte des Internets: Die USA geben ab Oktober nach 28 Jahren die Kontrolle über die Internetadressverwaltung ICAAN ab. Damit endet die amerikanische Vormachtstellung im Netz, die daher rührte, dass das Internet ja in den USA erfunden worden ist. Die ICAAN ist zwar ein gemeinnütziges Unternehmen, ihre Tätigkeit beruht aber auf einem Vertrag mit dem US-Handelsministerium. Vor zwei Jahren wurde begonnen, eine neue Struktur für die Organisation aufzubauen. Künftig sollen am Internet beteiligte Akteure wie Ingenieure, Forscher, Firmen, Nicht-Regierungsorganisationen und Regierungen die Aufsicht führen.

Foto: „No internet“ von Marcelo Graciolli, CC BY 2.0