• 15. März 2014 14:03
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 15.03.2014

Neue Leaks, Internetfeinde und Magazin-Aus

Die Medien und Meinungen vom 15.03.2014


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Die Nachrichten der Woche weiß dieses Mal Moritz Metz.

Kaum eine Woche ohne Snowden-Leaks: Mit dem Programm „Turbine“ will die NSA das Kapern von Computern mehr automatisieren und sich statt auf Tausenden eher auf Millionen von virenbefallenen Rechern herumtreiben, so berichtet das Portal „The Intercept“. Zielpersonen der NSA-Trojaner sind wie immer: Terroristen, Extremisten – aber auch: Systemadministratoren! Denn die haben Zugriff auf die Rechner und Konten von sehr vielen Leuten, gerade wenn sie bei Regierungen oder in Firmen arbeiten. Auch Whistelbower Edward Snowden hat ja erst durch seinen Job als Systemadministrator Einsicht erhalten in so viele Dokumente. Und die geben noch einen weiteren Blick in den Überwachungs-Werkzeugkasten der NSA. Mit dem Tool „Unitedrake“ und verschiedenen Plugins bekommt die NSA Zugriff auf Mikrofon, Webcam, Browserverlauf und Tastatureingaben von gekaperten Rechern.

Neben diesen unheimlichen Nachrichten gab es am Mittwoch aber auch eine Art Feiertag – wenn auch mit ernstem Hintergrund: der „Welttag gegen Internetzensur“. Anlässlich diesem hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ den US-Geheimdienst NSA und deren britischen Kollegen vom GCHQ in die Liste der „Feinde des Internets“ aufgenommen. Weitere Feinde des Internets sind schon Russlands Inlandsgeheimdienst FSB, Irans Oberster Rat für den Cyberspace und Chinas Internetinformationsamt, das die Netz-Zensur in China plant. Drei Überwachungsmessen gehören auch dazu, sowie Hersteller von Überwachungswerkzeugen wie Hacking Team, Blue Coat oder Gamma International mit Sitz in München.

Von den Feinden zu den Freunden des Internets – die sich eventuell als Opfer entpuppen: Das Monatsmagazin De:Bug wird den Betrieb nach 181 Ausgaben einstellen. Seit sechzehn Jahren war das Print-Magazin für „elektronische Lebensaspekte“ das Zentralorgan für elektronische Musik und Clubkultur. Darin fand man eine Mischung aus Plattenkritiken, aus Lifestyle und schlauen Texten zu Internet, Gadgets, Zukunft – also Dinge, die heute zumeist in Blogs besprochen werden. Und auch die digitale Version der De:Bug war dementsprechend beliebt, weshalb offenbar die Finanzen des kleinen Verlags noch knapper wurden als bisher. Möglicherweise wird das Magazin nun an Investoren verkauft. Im Netz wird getrauert und die Hoffnung laut, dass es zumindest online weitergeht.

Foto: „Surveillance Cameras In Use“ von A Syn, CC BY-SA 2.0