• 8. Dezember 2012 13:12
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 08.12.2012

Leistungsschutz, Indoor Maps, Copyright

Die Medien und Meinungen am 8. Dezember 2012


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Schriller Streit um das Leistungsschutzrecht, Google Maps für drinnen, die Republikaner und das Copyright: Tim Wiese hat für uns die Meldungen durchforstet und stellt die wichtigsten vor.

Beim Streit um das Leistungsschutzrecht wird verbal aufgerüstet. Zumindest haben Vertreter des Springerverlags sehr scharfe Bilder bemüht – Google sei eine Art Taliban. Springer-Lobbyist Christoph Keese ruderte dann aber doch zurück und entschuldigte sich bloggenderweise. Was er hatte sagen wollen: Google sei zu starr und orthodox, was die Technik betrifft. Das Unternehmen unterstütze nämlich keine neue Technologien mit der Webseitenbetreiber bestimmen könnten, welche Inhalte ihrer Seiten Suchmaschinen anzeigen dürfen.

Nicht entschuldigt hat sich dagegen der Springer Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Der hat Google in einem Zeitinterview mit einer Hehlerbande verglichen. Schrille Töne – über die sich der Chefredakteur von der Medienseite dwdl.de – Thomas Lückerath nicht wundert:

„Statt sich mit den hausgemachten Problemen zu beschäftigen, ist es natürlich für eine gesammelte Branche einfacher einen Bösewicht auszumachen, von dem man sich Gelder erträumt.“

Thomas Lückerath findet, die Verlage sollten sich erst mal um ihre hausgemachten Probleme kümmern. Welche er damit meint, lässt sich hier auch im kompletten Interview nachhören:


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Nie mehr auf fremden Flughäfen verirrren. Oder nie mehr in Einkaufscentern falsch abbiegen und den Schuhladen verpassen: Das verspricht Google Maps. Seit dieser Woche funktioniert Google Maps auch in einigen Gebäuden in Deutschland. Bisher ging das ja nur auf der Straße. Das heißt: Wenn man mit einem Smartphone unterwegs ist, kann man sich jetzt auch mit Hilfe von Google Indoor Maps in Museen, Kaufhäusern oder Flughäfen orientieren.

Und eine Meldung aus den USA: Dort haben die Republikaner im Repräsentantenhaus einen Mitarbeiter gefeuert, weil er eine Reform des Copyrights gefordert hat. Dereck Khanna heißt der Mann, der laut Ars Technica seinen Job verloren hat. Im November hat er im Namen eines Abgeordneten der Republikaner ein Diskussionspapier zum Copyright veröffentlicht. Darin regt er zum Beispiel an, Schutzfristen zu verkürzen. Denn: Das aktuelle Copyright würde ganze Märkte zerstören und nutze häufig nur den Rechteverwertern.

Über solche kritischen und innovativen Gedanken aus den eigenen Reihen haben sich die Republikaner anscheinend erschreckt und das Papier sofort wieder zurückgezogen. Jetzt muss wohl auch der Urheber gehen.

Bild: Google Indoor Map des Deutschen Museum