• 29. Januar 2011 12:01
  • Netzpolitik, Sendung vom 29.01.2011, Topic

Medien für Revolution oder Repression?

Evgeny Morozov im Gespräch


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Erst haben die Tunesier ihren Diktator aus dem Land gejagt, nun musste auch noch die ägyptische Regierung zurücktreten. Auch im Jemen brodelt es. Andreas Noll fasst die neue Protestkultur zusammen. Die Ereignisse im Nahen Osten sind nur die jüngsten Beispiele von Umstürzen und Protestbewegungen, in denen das Internet eine Rolle gespielt hat. Aber welche? Wie groß ist tatsächlich der politische Impact neuer Medien?

Netzaktivismus macht nicht nur stark, sondern auch angreifbar. Auf der einen Seite lassen sich Neuigkeiten in Sekundenschnelle über Dienste wie SMS und soziale Netzwerke weltweit verbreiten. Doch je mehr Spuren im Netz, desto gefährdeter sind auch die Aktivisten. Der klassische Fall: Der politische Blogger wird noch im Internetcafe festgenommen, weil seine Datenspuren ihn verraten haben.

Und wenn es wirklich brenzlig für die Entscheider wird, lässt sich immer noch zensieren und blockieren, wie diese Infografik des ägyptischen Internetverkehrs vom Donnerstag zeigt. Die Euphorie über die „Twitter-Revolution“ im Iran ist jedenfalls längst der Ernüchterung gewichen. Was bewirken die neuen Medien, sozialen Netzwerken und Leak-Plattformen? Befördern oder behindern sie Umwälzungen in totalitären Systemen? Darüber sprechen wir mit dem Blogger und Skeptiker Evgeny Morozov.

Links:

  • BBC Digital Planet mit Evgeny Morozov über Social Media in der tunesischen Revolution
  • Cory Doctorow über Morozovs Buch „Net Delusion“