• 6. Mai 2010 16:05
  • Digitale Kultur, Medienwandel, Sendung vom 08.05.2010, Topic

Legal, Illegal, ganz egal

Wissenschaftler stellen neues Urheberrechtsmodell vor


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In Berlin, wo der Gas-Fuß von Autofahrern lockerer sitzt als woanders in der Republik, sehen diese in einer roten Ampel häufig nicht mehr als eine Handlungsempfehlung. Natürlich gilt die Straßenverkehrsordnung auch in Berlin, aber nur, weil es anscheinend immer mehr werden, die bei rot einfach drauf los brettern, schaffen wir das Gesetz doch nicht gleich ab. In Bezug auf das Urheberrecht fordern einige aber genau das.

Kein Zweifel, das Urheberrecht ist in der Krise. Es fehlt ihm an Legitimation, wie Gerd Hansen auf carta.info schreibt. Dadurch, dass Medien heute digital vorliegen und von jedem jederzeit kopiert und bearbeitet werden können, ist dieses zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Das Urheberrecht müsse dieser Entwicklung Rechnung tragen. Hansen fragt, wie das Urheberrecht wieder zu seiner Legitimation gelangen kann und kommt zu dem Schluss, es bedarf einer Neuausrichtung.

Wissenschaftler aus ganz Europa haben sich 2002 im Wittem Projekt zusammengeschlossen, um ein neues Urheberrecht auf den Weg zu bringen und sie verkünden nun Vollzug.

Neben einer Annäherung zwischen kontinentaleuropäischem- und angloamerikanischem Recht haben die Wissenschaftler besonderen Wert darauf gelegt, dass die Rechte der Künstler und Kreativen auf der einen Seite gewahrt bleiben, auf der anderen Seite die Nutzung und Weiterverarbeitung der Arbeiten aber ermöglicht wird.

Dr. Thomas Dreier vom Institut für Informations- und Wirtschaftsrecht an der Universität Karlsruhe ist einer der Rechtswissenschaftler, die an dem Projekt beteiligt waren. Er ist zu Gast in der Sendung und erläutert das neue Modell.