• 21. August 2010 12:08
  • Netzmusik, Sendung vom 21.08.2010

La-La-Land, Machtdose.de und Chris Cosmo

Die Netzmusik am 21.08.2010


Scheiß auf Facebook, so heißt ein Titel, der seit ein paar Wochen erfolgreich durchs Netz cruised – heute in Breitband. Außerdem: Ausgerechnet ein Label, das sich der Retrotechnik verschrieben hat, feiert jetzt 10jähriges Jubiläum mit einer ausschließlich digitalen Label-Compilation: La-La-Land, die kleine Plattenfirma von Stoppok. Und: Die Diskussion um Gema und CC-Lizenzen aus unserer Sendung am vergangenen Samstag hat im Netz Kreise gezogen. Also ziehen wir heute weiter. Einer, der sich ausführlich geäußert hat bei phlow.net, der macht auch selbst Netzmusik-Podcasts. Roland von machtdose.de. Musik aus seinem aktuellen Podcast heute bei Breitband.

Playlist

1. Funk Ferret – I Gotta Funky Thing [Budabeats 014]

Netzdisput um „Scheiß auf Facebook von Chris Cosmo

Scheiß auf Facebook, so heißt ein Titel, der cruised seit ein paar Wochen erfolgreich durchs Netz – und löst da in vielen Foren wilde Debatten aus. Denn einerseits fordert er uns auf, soziale Netzwerke und überhaupt Computer und Fernsehen einfach mal komplett sein zu lassen. Und dafür – gerade im Sommer -mal das echte Leben draußen zu genießen. Aber andererseits wird die Nummer eben ausschließlich digital verbreitet: Bei Soundcloud als gratis download, das Video bei youtube und vielen anderen Netz-Kanälen. Gemacht hat Song und Video Chris Cosmo, der tingelt als netzaffiner Straßenmusiker schon seit Jahren durch die Welt. Und bringt seine Songs ohne großes Label im Eigenverlag heraus – und ist dabei mit einem nicht gerade schwachen Selbstbild gesegnet. Netzmusik-Redakteur Martin Risel waren die musikalisch gut gemachten Nummern meist etwas zu dicke aufgetragen und message-geschwängert. Aber urteilen Sie selbst:

2. Chris Cosmo – Scheiß auf Facebook
Video bei Youtube
Download bei Soundcloud

Diskussion um Gema/CC und der August-Podcast von Machtdose.de

AlDDao, das ist ein Duo aus Spanien, Lucia Aldao und Diego Delgado veröffentlichen ihre Sachen unter CC-Lizenzen beim Netlabel RAWMATROID. Und diese Nummer gibt’s im aktuellen podcast von machtdose.de. Einer der Macher von denen heißt Roland aka ronsens – und der hat gerade einen ausführlichen Gastbeitrag geschrieben bei phlow.net. Da ging’s um das Problem zwischen Gema- und CC-Lizenzen, das auch Thema war in unserer Breitband-Sendung vom vergangenen Samstag: Mit Jan Sturm von Aerotone, dem Netlabel, das sich von CC-lizensierter Musik verabschiedet hat, um auch bei der GEMA gemeldete Künstler herausbringen zu können. Daraufhin gab’s auf unserer Website breitband.dradio.de eine Diskussion um die Frage, wer denn nun mehr daran Schuld ist, dass sich die Lizenzmodelle für einen einzelnen Musiker und seine Songs nicht vertragen: CC oder die Gema. Das läßt sich allerdings nicht so einfach beantworten, wie die Diskussion in vielen juristischen Feinheiten gezeigt hat. Und sehr ausführlich wurden diese Fragen dann weitergeführt beim Netzmusik-Magazin phlow.net. Wir wollen das gern noch mal in der kommenden Sendung aufnehmen, wenn Interesse daran besteht. Vielleicht können Sie da draußen ja mal ein Signal senden in den Kommentaren unserer Website oder an @breitband bei Twitter. Vielleicht auch schon mit ein paar konkreten Fragen. Und dann holen wir uns noch mal einen Experten ins Studio, der die dann am nächsten Samstag beantworten kann.

Roland aka ronsens hat für seinen August-Podcast auf machtdose.de eine wirklich eklektische Auswahl getroffen von internationalen Netzmusik-Acts. Z.B. auch Bazooka Circus, ein Elektronik-Duo aus der Nähe von Stockholm.
Machtdose Podcast May 2010 by machtdose

3.1 AlDDao – Crazy love show [Rawmatroid Class 002]
3.2 Bazooka Circus – Mafuf Hearts [Gluteus Maximus]

Ausgerechnet: Retrotechnik-Label La-La-Land feiert 10jähriges mit einer Digital Label Compilation

Wenn eine Plattenfirma zu ihrem 10. Geburtstag eine ausschließlich digitale Label-Compilation herausbringt, erscheint das heute – und gerade hier in der Netzmusik – nicht als was Besonderes. Wohl aber, wenn’s kein Netlabel ist, auch sonst keine downloads bietet und viel lieber mit analoger Technik arbeitet. So ist das bei La-La-Land – einer der besten deutschen Songwriter steht hinter diesem Laden: Stoppok.
Da wurden in den vergangenen 10 Jahren alle neuen Alben des Ruhrpott-Songwriters veröffentlicht und viele seiner frühen Perlen neu aufgelegt. Auch befreundete Musiker wie BENNY GREB, LÜÜL, die WOHNRAUMHELDEN und DIE KLEINE TIERSCHAU haben mit ihren Produktionen zur Label-Philosphie im LaLaLand beigetragen: Vor 10 Jahren haben sich die Macher nämlich gesagt, man habe „etwas tun wollen gegen Musik mit dem Haltbarkeitsdatum eines Joghurts und dem geistigen Tiefgang eines trockenen Brötchens. Gute Musik sei schließlich ein Grundnahrungsmittel menschlichen Lebens.“ Und eben ein eigenes Label gegründet. Aus langjährigem Frust über die Plattenfirmen, über die Stoppok sagt: „Ein ignorantes Völkchen. Zum Glück aussterbend.“ Ein kleines Wunder ist nun, dass die 24 Tracks der Jubiläums-Compilation ausschließlich als digitale Downloads – einzeln oder als Album – erscheinen. Denn sowas gibt’s sonst so gut wie gar nicht im LaLaLand. Und Stoppok und Kollegen sind eher solche Typen, die sich aus den sogenannten ‚handgemachten‘ Folk- und Blues-Wurzeln speisen. Und sogar mal sowas wie ein Manifest für analoge Aufnahme-Technik deklariert haben. Aber so ganz stehengeblieben sind sie eben auch nicht.

4.1 Stoppok & Worthy – Zeit für ein Wunder
4.2 Justin Balk – Porridge
4.3 Lüül – Kebap