• 29. Januar 2011 12:01
  • Formate, Medien und Meinungen, Sendung vom 29.01.2011

Konferieren mit Burda, Murdochs iPad-Zeitung und eine ziemlich teure Content-Farm

Die Medien und Meinungen vom 29. Januar


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Die Medien und Meinungen hat für uns diese Woche Julia Eikmann verfolgt. Los ging es mit der Konferenz Digital – Life – Design (DLD) in München, veranstaltet von Verleger Hubert Burda. Auch das Who is Who der Netzszene war dabei. Googles Chef Eric Schmidt und Andrew Mason von der Schnäppchen-Plattform Groupon, aber auch Ministergattin Stephanie zu Guttenberg und der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger saßen auf dem Podium. So vielfältig wie die Gäste waren auch die Themen. Diskutiert wurde unter anderem die Frage, wie die Zukunft der Verlage aussehen könnte.

Ein Medienunternehmen, das sich große Mühe mit der Erneuerung gibt, ist Rupert Murdochs News Corporation. Murdoch will die erste iPad-Zeitung „The Daily“ auf den Markt bringen. Obwohl auch hier die Erneuerung langsam voran schreitet: Eigentlich war der Launch für die ausschließlich für Apples Tablet gemachte Zeitung bereits vor zwei Wochen angedacht. Unter dem Hinweis auf Überarbeitungsbedarf am Abonnentenmodell wurde der Start dann auf unbestimmte Zeit verschoben. Jetzt wurden die Einladungen für die Präsentation am kommenden Mittwoch verschickt.

Auf der DLD hat James Murdoch, Sohn von Rupert Murdoch und CEO der News Corporation, schon erste Details preis gegeben. Die digitale Zeitung soll echte Geschichten erzählen, keine hastig notierten Tweets. Sie wird zum Kampfpreis von 99 Cent die Woche an den Start gehen. Schnell, günstig und dem Qualitätsjournalismus verhaftet, so soll „The Daily“ also werden.

Wer Journalismus anhand blanker Zahlen bewerten möchte, den dürfte der Börsenkurs der Content-Farm Demand Media interessieren. Demand Media hatte sich diese Woche an die Wall Street getraut. Das Unternehmen produziert ausschließlich Medien-Inhalte, die eine besonders hohe Trefferquote bei Suchmaschinen garantieren. Algorithmen bestimmen die Inhalte. Zumindest aus wirtschaftlicher Perspektive kommt das gut an. An ihrem ersten Börsentag hat die Demand Media-Aktie gleich 37% dazu gewonnen. Schon nach wenigen Stunden lag die Bewertung des Unternehmens bei 1,5 Milliarden Dollar. Und damit wäre Demand Media mehr wert als die New York Times.