• 19. November 2009 13:11
  • Off-Air, Sendung vom 21.11.2009

Kampf um Inhalte-Rechte


Der Kampf um die Inhalte-Rechte im digitalen Zeitalter ist voll entbrannt. Nachdem die Presse-Verlage kräftig die Trommeln rühren für ein Leistungsschutzrecht, mit dem sie – so die Befürchtungen – auf Kosten der Nutzer und der Urheber finanzelle Verluste wettmachen wollen, ist nun auch der Interessenvertreter der privaten Medien, VPRT, auf das Thema aufgesprungen. Auf seiner Jahreshauptversammlung (gestern und heute in Berlin) hat der VPRT das Urheberrecht als einen zentralen Aufgabenschwerpunkt für das Jahr 2010 gestetzt. „Die Digitalisierung wird für uns zum wirtschaftlichen Desaster, wenn es uns nicht gelingt, einerseits unsere Sendesignale vor unerlaubtem Zugriff zu schützen und andererseits faire Tarife mit den Verwertungsgesellschaften abzuschließen“, so VPRT-Präsident Jürgen Doetz.
Gefordert werden neue Rahmenbedingungen, „die in der digitalen Welt eine tragfähige Wertschöpfung für die Sendeunternehmen als Kreativ- und Wirtschaftsfaktor erlauben.“ Den „Datenpiraten“ müsse das Handwerk gelegt werden. Mit den Musik-Verwertungsgesellschaften sieht sich der VPRT im Konflikt. Sie sollten „den Bogen nicht durch überhöhte Urheberrechtstarife … überspannen, wie es derzeit etwa im Webradiobereich oder für Video-Plattformen geschehe.“ Man sehe die Gefahr, „dass die Innovationen und Investitionen unserer Mitglieder mit der Kostenkeule ‚Urheberrecht‘ erschlagen werden.“

Wie genau sich der VPRT ein Urheberrecht, dass den digitalen Realitäten angemessen ist, vorstellt, bleibt abzuwarten. Am 28. Januar des kommenden Jahres will der Verband das Thema u.a. mit Vertretern des Bundesjustizministeriums auf einer Konferenz diskutieren. 

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