• 7. August 2010 08:08
  • Netzmusik, Sendung vom 07.08.2010

Hopp Schwiiz!

Die Netzmusik vom 07.August 2010


Das nigelnagelneue Schweizer Portal www.restorm.com wartet mit einem Konzept auf, dass der mittlerweile doch leicht ergrauten Musikpräsentationstante myspace mindestens eines voraushaben will: Innovation. Restorm nämlich hat sich an den Mängeln von myspace und allerlei anderen Musikportalen orientiert, dazu noch die Vorteile sozialer Netzwerke analysiert und eine Seite kreiert, die auf den ersten Blick einfach alles kann. Egal, ob Musiker, Fan oder Musik-Facharbeiter: Hier sollen sich alle finden, der Musiker den Fan und umgekehrt, der Labelbetreiber den nächsten heißen Act und der Eventveranstalter die Band seines Geschmacks. Dazu kommen schöne Features wie ein prima Player, diverse Verknüpfungsmöglichkeiten dank exportierbarer Profile und obendrein noch ein extra entwickeltes Lizenzierungssystem namens „Right Clearing“ – und schon ist sie fertig, die digitale Wundermaschine für jegliche musikalische Bedürfnisse im Netz. Ob das riesen Angebot funktionieren wird, bleibt noch abzuwarten, zunächst steht mal fest: Nicht von der eher unspektakulären Aufmachung abschrecken lassen, das Portal hat es tatsächlich in sich – wenn auch bisher noch nicht in Form der besten Musik unter der Sonne, aber das mag ja noch kommen. In der Sendung lauschten wir den Bands ‚Mädchen‘ http://maedchen.restorm.com/ und ‚Rundunk‘
http://rundfunk.restorm.com/

Und gleich nochmal Musikverbreitung im Netz leicht gemacht: Wenn eine Band mit Plattenlabel einen Konzertmitschnitt unter die Leute bringen will, dann geht das normalerweise folgenden Weg: Eine CD mit dem Titel „Band XY live at irgendwo“ wird herausgebracht. Nicht aber so, wenn die Band offen ist für das Internet und zum Beispiel die Möglichkeit, die das Portal www.cashmusic.org bietet: Dann kann die Band das auch ganz alleine. In digital. Die Wüstenrocker von Calexico aus Tucson, Arizona haben das mal ausprobiert, ein Livekonzert aus dem Jahr 2009 in Nürnberg steht im Netz bereit zum freien Download. http://calexico.cashmusic.org/ 
Cashmusic bietet eine Internet-Software für Musiker an, mit der sie ihre Musik präsentieren, mit anderen teilen und verkaufen können. Die kann man so verwenden, wie es Calexico nun taten, interessant aber auch die Idee, einen Song zu verschenken, wenn im Gegensatz dazu vom Beschenkten ein Tweet rausgeschickt oder der „Like“-Button auf Facebook angeklickt wird – so kommt man ein Lied von „The Swell Season“: http://theswellseason.cashmusic.org/
Und zum Schluss ein echtes Liebhaberstück: Die Seite http://www.ifyoumakeit.com/. Ein Musiker, Programmierer und Designer, Dave Garwacke, aus New York hat sie gegründet, man könnte auch sagen: Er (mit ein paar wenigen Mitstreitern) hat mit ifyoumakeit eine kleine Galerie eröffnet: Dave filmte in einem Sommer über 50 Konzerte von kleineren Bands, seinen Freunden und Freundesfreunden und stellte die Videos auf die Seite. Er lud Musiker auf sein rosa Sofa ein, wo sie unplugged performten, auch diese allerliebsten Musikdokumente, die  „pink sessions“, sind online. Irgendwann eröffnete Dave noch die Rubrik „Free Albums“ und erfreut mit feinen, besonderen Folk-Pop- und Indie-Rock-Alben zum Herunterladen und achja, dann sammelte er noch Comics zusammen, die man sich auch über die Seite anschauen kann. Ein richtiges Erlebnis, sich durch diese Seite zu klicken!
Wir hörten: Paul Baribeau
http://www.ifyoumakeit.com/album/paul-baribeau/unbearable/
und Selfish Whales
http://www.ifyoumakeit.com/album/selfish-whales/enjoy-the-weather/