• 11. Juni 2009 08:06
  • Portrait, Sendung vom 13.06.2009

Happy Birthday Tetris


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Schaut man sich den Computerspielemarkt einmal an, dann sind die Spiele erfolgreich, die eine ausgefeilte 3D-Grafik haben, realistische und möglichst spektakuläre Soundeffekte über ein 5.1 Lautsprechersystem verbreiten und die ordentlich Action versprechen. Mittendrin der Spieler als Held im  Plüschsessel.
Wenn das wirklich das Erfolgsrezept für ein erfolgreiches Computerspiel wäre, dann dürfte es Tetris heute gar nicht mehr geben. Gibt’s aber – und zwar schon seit 25 Jahren ist Tetris eines der erfolgreichsten Computerspiele der Welt.
Es hat eine sehr schlichte Grafik – ein paar bunte geometrische Formen, die an Bauklötze erinnern und dazu kommt eine piepsige Melodie zur Untermalung. Action? Fehlanzeige. Und trotzdem zieht Tetris seinen Spieler in den Bann, macht regelrecht süchtig. Dabei geht es nicht darum, die Welt zu retten oder Völker aufzubauen, Kontinente zu besiedeln oder ähnliches – nein, es geht darum, „Bauklötze“ zu stapeln.
Diese Bauklötze fallen in verschiedenen Größen und Formen, Stück für Stück, vom oberen Bildschirmrand herunter. Der Spieler kann sie mit der Tastatur drehen, sodass sie in die Lücken am Boden passen. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade, die sich an der Geschwindigkeit orientieren, mit der die Bauklötze herunterfallen.
Entwickelt hat das Spiel der russische Elektroniker Alexei Patschitnow als er 29 Jahre alt war und für die Computerakademie in Moskau arbeitete. Auf einer Messe entdeckte der amerikanische Geschäftsmann Henk Rogers das Spiel und vermarktete es. Seine Erklärung für den Erfolg ist, dass es sich um ein ideologiefreies Spiel handelt, dass kulturelle Grenzen überschreitet und bei dem es darum gehe, Ordnung ins Chaos zu bringen. Bauklötze stapeln eben.
Bild: flickr user – Rakka