• 6. Juli 2012 20:07
  • Besprechung, Sendung vom 07.07.2012

Größer als wir denken können

David Weinberger über den Nutzen von Datamining für Wissenschaft und Gesellschaft


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Ohne mit der Wimper zu zucken, würden wir behaupten: Es war DAS Ereignis der Woche. Wissenschaftler am Kernforschungszentrum Cern haben ein neues Elementarteilchen, womöglich das lange gesuchte Higgs-Boson entdeckt. Mit Hilfe der unvorstellbaren Rechenleistung einer ganzen Armada von Computern, wie dieser spannende FAZ-Artikel von Peter Welchering erläutert. Es könnte sein, dass von den Programmen, die bei der Berechnung zur Datenreduzierung eingesetzt wurden, bald alle PC-Nutzer profitieren. Schließlich hat Tim Berners-Lee das WWW auch quasi als Abfallprodukt des wissenschaftlichen Betriebs erfunden.

Aber nicht nur in der Kernforschung ist man auf Rechenleistung angewiesen. Inzwischen gibt es einige Disziplinen, die ihr Fach nur noch computervermittelt begreifen können. Die Abläufe in der Biochemie etwa übersteigen die Kapazitäten des menschlichen Gehirns schlicht und einfach.

Wir sprechen mit dem Philosophen David Weinberger, der am Harvard Berkman Center for Internet and Society digitalisiertes Wissen beforscht und das Buch „Too Big to Know“ (hier die Breitband-Besprechung) geschrieben hat, über die positive Seite der Informationsflut: den Nutzen, den die Wissenschaft aus dem Bearbeiten riesiger Datenberge mit Hilfe von Computern zieht – und den Nutzen, den das wiederum für die Gesellschaft haben kann: Wenn die neuartigen Methoden in der Wissenschaft rüber schwappen in eine künftige Wissensgesellschaft.

Das ganze Skype-Interview gibt es hier auf englisch zu hören:

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Foto: CC BY-NC-SA flickr/ ialla