• 16. Juli 2008 19:07
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Googles neuer Knüller: „Street View“


Seit Mai 2007 lädt Google seine Nutzer zu „street view“ ein. „street view“ bedeutet, dass man sich per Internet ausgewählte Gegenden so anschauen kann, als stünde man direkt vor Ort. Rund 50 amerikanische Städte – von San Diego bis nach New York – lassen sich inzwischen virtuell bereisen. Per Mausklick kann der Nutzer gezielt auf einzelne Punkte zoomen, Strecken abfliegen und – als befände er sich auf der Straße – durch die Häuserzeilen wandern. Praktisch, wenn man sich etwa einen fremden Ort vorab schon mal genau ansehen will.
Um dies zu ermöglichen, haben Kamerawagen von Google bereits tausende Kilometer abgefahren und mit einer automatischen 360-Grad-Kamera alle zwei Sekunden ein Bild gemacht. Entstanden sind hunderttausende Fotos, die zu einem realistischen Stadtbild zusammengesetzt wurden. Wie echt schreitet man durch die Straßen von San Francisco, Las Vegas oder vor die eigene Haustür. Nicht nur, dass man vielleicht sein eigenes Heim und seine zwei Autos detailgenau im Netz wieder findet; die Bilder von „street view“ zeigen eine Stadt, die wie eingefroren ist. Das heißt, mitunter sind auch Menschen zu sehen bei den Dingen, die sie gerade taten, als der Kamerawagen vorbei fuhr. Halbnackte, die sich in der Sonne aalen, Leute, die in ein Porno-Geschäft gehen, Nasenbohrer – all das bieten die google-Schnappschüsse. Wer das anstößig findet, kann sich allerdings bei google beschweren.
Seit einigen Tagen nun wird auch Deutschland abgescannt. In Berlin, Frankfurt und München macht die automatische google-Kamera bereits fleißig Fotos. Wann die Bilder ins Netz kommen, ist allerdings noch nicht bekannt.
Unsere Kollegin Liane von Billerbeck vom Radiofeuilleton sprach mit Gerald Reischl, Digital-Chef vom „Kurier“ und Autor der „Google-Falle“, über Googles strategische Respektlosigkeit gegenüber Urheber-, Persönlichkeits- und Datenschutzrechten (mp3). /vli