• 14. August 2010 15:08
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 14.08.2010

Google Streetview kommt und immer mehr Deutsche sind im Netz

WEITERE MELDUNGEN DER WOCHE


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Debatte um Google Streetview
Der Dienst, der schon in 23 anderen Ländern Fotos von Straßen und Häusern im Netz zugänglich macht, kommt nun auch zu uns. Die Straßen-Ansichten von Google Streetview sollen noch dieses Jahr kommen, gab Google am Dienstag bekannt, erstmal jedoch nur mit Bildern aus 20 deutschen Städten. Ab sofort gibt es eine vierwöchige Einspruchsphase: Online oder Post kann man veranlassen, dass das eigene Haus nicht im Netz angezeigt wird. Politiker und Medien, vor allem Verbraucherministerin Ilse Aigner von der CSU, äußerte sich in den Medien gegen Streetview. Der Bundesrat hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtstaat Hamburg bereits im Juli einen Gesetzesentwurf für den Umgang mit Geodaten präsentiert – darüber soll nun nächste Woche im Bundestag debattiert werden.

Reaktionen im Netz: Der Blogger Dennis Knake schrieb eine Liste mit Zitaten, wofür sich die Politiker, Ilse Aigner und Thomas de Maziére, die jetzt aus Datenschutzgründen laut gegen StreetView schimpften, sonst so einsetzten: Gegen Vorratsdatenspeicherung, Netzsperre, SWIFT und andere Datenschutz-Großereignisse, die er für wichtiger hält. “Auf der einen Seite können sie gar nicht genug Daten von uns bekommen, auf der anderen Seite führen sie mit Google Street View eine hervorragende Scheindebatte und geben sich als Hüter von Datenschutz und Privatsphäre aus.”
Für Lacher bei Twitter sorgte ein Zeitungsartikel in der Rheinischen Post: vier Düsseldorfer Bürger, die sich für ein Foto neben ihr Haus stellen und mit Klarnamen sagen, dass sie gegen Street View sind. Das sei ein riesen Widerspruch und naiv sagten viele Twitterer, auch von der Lokaljournalistin. Das Foto ist jetzt sicherlich bekannter als ein Streetviewfoto jemals sein wird.

ARD/ZDF Onlinestudie: Onlinenutzung steigt weitern an
Die Onlinenutzung verzeichnet einen Rekordzuwachs um 13%, so die ARD/ZDF-Onlinestudie 2010. Damit sind fast 70% der Deutschen online. Der Zuwachs erklärt sich zum Teil dadurch, weil nun auch nichtdeutsche Bürger mitgezählt wurden, aber auch weil die Älteren mehr ins Netz gehen. Bei den 14 bis 29-Jährigen sind es erstmals 100%. Bei allen unter 50 sogar noch 90%. Von den über 50jährigen nutzt dagegen nur noch jeder zweite das Internet – das ist ganz klar eine Generationenfrage. Am beliebtesten sind eMail und Suchmaschinen-Nutzung, Podcasts kommen eher ganz unten auf der Liste. Auch interessant: Das mobile Internet ist noch nicht so stark angekommen: 7% der Befragten halten es für unverzichtbar. Und was Web 2.0 angeht: Wikipedia, Communities und Video-Portale sind erwartungsgemäß die beliebtesten Dienste.