• 19. August 2010 19:08
  • Medien und Meinungen, Sendung vom 21.08.2010

Geo-Facebook, Wikileaks-Anschuldigungen und das tote Web

Die Medien und Meinungen vom 21.08.2010


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Heute mit Christine Watty und folgenden Meldungen:

Facebook jetzt auch mit Geo

Jetzt ist es also soweit. Der geradezu herbei geschworene Location-Dienst von Facebook, Facebook Places, ist seit heute für viele Mitglieder des sozialen Netzwerks frei geschaltet. So sie in den USA leben, bisher ist die Applikation nur dort aktiviert, können sie ab sofort mit einer Check-In-Funktion ihren Facebook-Freunden mitteilen, wo sie sich gerade aufhalten und – so gewünscht – wer noch alles dabei ist. Oder andersrum: Sie können nachsehen, welcher Kontakt sich gerade in der Nähe aufhält.

Das klingt für die einen großartig – „So viele spontane Kaffeekränzchen hatte ich vorher nicht!“ – für die anderen scary – „Will ich wirklich wissen, welche Kollegen im gleichen Wellness Hotel Urlaub machen?“ – ein Erfolg dürfte dem neuen Dienst des Millionen-Mitglieder-schweren Unternehmens auf jeden Fall sicher sein. Zumal Facebook sich nach dem kräftigen Gegenwind, den es zuletzt für den laxen Umgang mit Datenschutz geerntet hat, diesmal offensichtlich mehr Mühe gegeben hat: Die Funktionen lassen sich vollständig deaktivieren.

Nicht ganz neu, aber ganz viele!

Das Einchecken an bestimmten Orten durch Location Based Services ist nicht neu. Mit der Ausbreitung der Smartphones haben sich auch Dienste wie Gowalla und Foursquare eine Fangemeinde erarbeitet. Facebook, das diese und andere Location-Startups übrigens zum Start von Places integriert hat, dürfte die Idee des lokalen Internet aber durch seine schiere Masse an Nutzern großflächig etablieren.

Womöglich, wahrscheinlich, wird das die Art und Weise verändern, in der wir künftig unseren sozialen Kontakten begegnen. Und den Ort, wo wir ihnen begegnen. Denn das muss nicht mehr der reale Raum sein. Wir begegnen ihnen auch auf digitalen Karten, in blinkenden Welten, die vorher in der Wirklichkeit abfotografiert wurden, sehen ihre Avatare in einem rustikalen Café sitzen und eine Apfelschorle trinken, ohne doch selber dabei zu sein.

Wikileaks-Sprecher mit Vergewaltigungs-Vorwürfen konfrontiert
http://www.tagesschau.de/ausland/wikileaksverdacht100.html

Wired erklärt das Web für tot – es lebe das Internet
http://www.wired.com/magazine/2010/08/ff_webrip_debate/all/1

Foto: philiphubs /flickr.com cc