• 29. Januar 2008 11:01
  • Off-Air, Sendung vom 02.02.2008

Genom-Googeln


Im Science-Fiction Film  „Gattaca“ werden Menschen nicht mehr nach Blut, Hautfarbe oder anderen äußeren Merkmalen unterschieden. Der genetische Code ist das Differenzierungsmerkmal und degradiert Menschen mit Kurzsichtigkeit oder Herzfehlern zum Ausschuss der Evolution.

Der Start des Internetdienstes 23andme könnte der Anfang solcher Szenarien darstellen. Für 999 Dollar können Interessierte per Speichelprobe bei dem Dienstleister ihre Gene in Sequenzen aufschlüsseln und analysieren lassen. Einen Teil des Geldes und der Technik für das Unternehmen stellt Google zur Verfügung.
23andme bearbeitet nach eigenen Angaben lediglich 600.000 Punkte des Genoms, die auch Erkenntnisse über die genetische Veranlagung zu bestimmten Krankheiten  wiedergeben sollen. Zusätzlich  kann die aufgeschlüsselte Gen-Information  mit internationalen Datenbanken abgegeglichen werden, um so der eigenen Herkunft auf die Spur zu kommen.
Dahinter steckt ein riesiges Marktpotenzial. Gerade die Finanzierung durch Google lässt ahnen, dass nun auch der genetische Code eine lukrative Information für Versicherungen, Arbeitgeber und Werbedienstleister werden könnte. Denn wer garantiert dass die  gesammmelten Gen-Daten anonym bleiben?
Unser Kollege Dieter Kassel sprach mit dem Genforscher Hans-Günter Gassen, Professor für Biochemie an der technischen Universität Darmstadt,  über die Gefahren privater Billig-Gen-Tests im Internet. (mp3)

Über Zukunftsvisionen lässt sich nur spekulieren – Chromosomen-Ranking, Designer-Babies und ein großer Schrottplatz der genetisch Ausgemusterten…
Weitere Links:
Das 999 Dollar Angebot – Beitrag von Michael Lange zu 23andme
23andme
Craig Venters Genomsequenz