• 9. Juni 2009 19:06
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Fürsorge auf chinesisch


Die chinesische Regierung ist besorgt um die Kinder im Land. Und damit die keinen seelischen Schaden nehmen, will die chinesische Regierung Computerhersteller ab dem 01. Juli dazu zwingen, Computer nur noch mit einer speziellen Filtersoftware auszuliefern, die pornografische Inhalte herausfiltern kann. Das Internet, so zitiert die Berliner Zeitung den chninesischen Präsidenten Hu Jintao, solle ein Ort werden, wo man „das Lied der Wahrheit, der Güte und der Schönheit singt“.
Soviel zur Theorie. In der Praxis soll die Software einer Firma namens Jinhui für das Filtern der Internetseiten verwandt werden. Die Firma wirbt auf ihrer Webseite damit eine „langfristige, strategisch Partnerschaft“ mit der chinesischen Staatssicherheit zu pflegen, so die Berliner Zeitung.
Die Software namens „Green Dam Youth Escort“ könne, so befürchten Kritiker vielleicht nicht zu Unrecht, nicht nur Internetseiten blocken, sondern das Nutzerverhalten ausspionieren und feststellen, wer, wann, welche Webseiten aufruft, wie lange der Nutzer dort verweilt und was dort gelesen wird.
In China gibt es seit langem das Bestreben, das Internet zu kontrollieren. Selbst der Suchmaschinenanbieter Google muss seine Seiten filtern und bestimmte Seiten nicht auffindbar machen. Die Computerindustrie hat jetzt die Wahl zwischen Pest und Cholera: den zweitgrößten Massenmarkt der Welt zu boykottieren oder sich Beihilfe zur Zensur vorwerfen lassen zu müssen.