• 21. Oktober 2011 11:10
  • Netzkultur, Sendung vom 22.10.2011

Medientheoretiker Friedrich Kittler gestorben

Einordnung seiner Theorien und seines Werks


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Friedrich Kittler war einer der bedeutendsten deutschen Medientheoretiker. Er führte in seiner Theorie das Wissen der Menschen auf die Kulturtechniken zurück, die sie nutzen. Entsprechend bestand eines seiner zentralen Projekte darin, „den Menschenwissenschaften ihre medientechnisches Apriori nachzuweisen“, wie der Medienwissenschaftler Hartmut Winkler es genannt hat, d.h. wenn Wissen nicht auf Erfahrung oder Empirie basiert, sondern auf Analyse, dann lässt sich auf eine genutzte Technik zurückverfolgen. Entsprechend ist das Schreiben von Literatur, das Schreiben von Computerprogrammen und das Einbrennen von Strukturen in Silizium-Chips eine logische Folge, wie er 1993 in seinem Buch Draculas Vermächtnis schrieb.

Die Evolution vom Buch zum Film zum Computer und ihr jeweiliger Einfluss auf Kultur und Gesellschaft beschäftigt uns auch in der Sendung. Außerdem fragen wir nach Übereinstimmung und Abgrenzung Kittlers zu Marshall McLuhan. Mit Bernhard Siegert von der Bauhaus-Universität Weimar und Stefan Heidenreich haben wir über Friedrich Kittler gesprochen. Das Interview mit Bernhard Siegert haben wir vor der Sendung als exklusiven Webinhalt für diese Seite aufgezeichnet.

Die Sendefassung ist aus Zeitgründen gekürzt, das vollständige Interview mit  Stefan Heidenreich gibt es deshalb hier auf der Webseite.

Die Langfassung des Interview mit Stefan Heidenreich:

Die Langfassung des Interview mit Bernhard Siegert:

Bild: Friedrich Kittler. European Graduate School, Photograph by Hendrik Speck, Source: www.flickr.com/photos/hendrikspeck/