• 8. Februar 2014 13:02
  • Netzkultur, Sendung vom 08.02.2014

Free To Wait

Wie beeinflusst die Finanzierung die Spielekultur?


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Wer den App-Store durchsucht, findet oft Spiele, die man kostenlos herunterladen kann. Trotzdem wollen die Entwickler natürlich Geld verdienen. Das geht durch  Werbeeinblendungen oder aber auch durch so genannte In-App-Käufe, also virtuelle Geschäfte innerhalb eines Spiels. Dabei können entweder zusätzliche Gegenstände oder Spielinhalte erworben werden, diese Art von Spielen wird auch „Free to Play“ genannt.

Free to Wait
Eine Unterabteilung ist eine Kategorie von Spielen, der Tomas Baekdal den Namen „Free Wait“ gegeben hat. Einzelne Abschnitte im Spiel erfordern dabei lange Wartezeiten. Die Spieler haben dann die Wahl, diese Zeit tatsächlich abzusitzen oder sie durch im Spiel verfügbare Währung abzukürzen. Diese Währung kann zwar in sehr geringen Mengen auch erspielt werden, ist aber in ausreichendem Maß nur erhältlich, wenn sie mit echtem Geld bezahlt wird.

Trauriger Höhepunkt dieses Modells ist die Neuauflage des Klassikers „Dungeon Keeper“. Spielepresse und auch viele Nutzer sind sich einig: Hier geht es einzig und alleine darum, den Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Electronic Arts, die Firma hinter dem Spiel, ist sogar soweit gegangen, negative Reviews zu erschweren.

Untergang der Spielekultur?
Der Ruf ist also ruiniert, aber es bleibt die Frage, ob dieses Finanzierungsmodell auch langfristigen Schaden am Medium Computerspiel anrichten kann. Marcus Richter hat sich auf die Suche nach einer Antwort gemacht.

Bildnachweis: Collage aus „Forex Money for Exchange in Currency Bank“ von epsos.de (CC BY 2.0) und „Dungeon Keeper“-Logo von ea.com